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09-2008: Kurzdarstellung Gemeinschaftsprojekt .:webgenealogie:.
Zusammenfassung zum Vortrag am 10.09.2008 in Leipzig
Referent: Rene Gränz, Stiftung für Bildung, Wissen und Geschichte Dresden

Den Artikel können Sie hier im PDF lesen.
Herr Gränz verstarb 2015


06-2006: Die Quellen der Familienforschung im Altenburger Land
Zusammenfassung zum Vortrag am 14. 06. 2006,    Referent Karlheinz Weidenbruch, Leiter des Arbeitskreises Altenburger Land

Der Arbeitskreis (AK) betrachtet das Staatsgebiet des ehemaligen Herzogtums Sachsen Altenburg als Forschungsgebiet und hat darüber bereits 1997 ein Ortsregister … weiter im PDF

 


06-2005: Das Bergmannsgeschlecht Siegel in Eibenstock im 16./17. Jahrhundert
Zusammenfassung zum Vortrag auf einer Gemeinschaftsveranstaltung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin mit der IG Genealogie Berlin am 1. Juni 2005 in Berlin,    Referent Herr Dr. Uwe Bauer (LGG), Leipzig

Bei den Ausführungen zum Bergmannsgeschlecht Siegel wurden die inhaltlichen, methodischen Schwerpunkte gesetzt:.. weiter im PDF


05-2005: Vom Silberlöffel zur Familiengeschichte…

Zusammenfassung des Vortrages „Gegenständliche Quellen für den Familienforscher“,
gehalten am 11. Mai 2005 in der Stadtbibliothek Leipzig,    Referentin Martina Wermes (LGG)

Den Mittelpunkt des Vortrages bildeten in Anlehnung an die Volkskunde die zentralen Kategorien Kleidung, Wohnung, Lebensart, Religion, Bräuche und Sitten, Sprache, Musik oder Nahrung. Ihre Einordnung in ein wissenschaftliches System der quellenorientierten, sozialkritischen Volkskunde mit entsprechenden Teildisziplinen und einer universitär verorteten Arbeitsweise bieten Anhaltspunkte für eine Applikation der Erkenntnisse für die historische Hilfswissenschaft Genealogie.

Dingliche Relikte / Realien / bewegliche Sachen als Produkte menschlicher Arbeit
Mobil                       Immobil
Arbeitsgeräte           Haus
Möbel                      Hof und Land
Hausrat                   Kirche und Kapelle
Kleidung                  Fabrik
Volkskunst               Denkmal

persönliche Sachzeugnisse (Beispiele)
Bilder, Fotos, Filme
Petschaft, Siegel, Wappen
Grabstein, Grabplatte, Familiengruft

Sachgebiete der Volkskunde
– Hausforschung (Siedlungsformen, Bauweise, Hausgeschichte, Hausgeographie)
– Wohnen (Innenarchitektur, Mobiliar, Inschriften, Hausmarken, Schlusssteine, Glasmalerei)
– Geräte (Hausgeräte, Kirchengeräte, Musikinstrumente)
– Arbeitsgeräte (dörfliche oder handwerkliche Arbeitsgeräte, Waffen, Rüstungen)
– Kleidung (Trachten, Mode, Schmuck, Wäschekennzeichnung)
– Nahrung (Eßgewohnheiten, Esskultur, Tischgeschirr, Besteck, Tischsitten)
– Medien (Zeitungen, Bücher, Bilder, Fotos, Filme, Videos, CDs etc.)
– Lieder und Musik (Volkstanz, Volkslieder, Hausmusik)
– Sprache (Dialekte, Sprachformen, Verbreitung)
– Brauchtum (Kalender, Religion, Heilkunde, Sammlungen- Steine, Reiseandenken etc.)
– Familie (Tagesabläufe, Arbeitsteilung, Feste im Lebenszyklus, Zuwendungsformen)

Nach einem kurzen historischen Abriss der Entwicklung der Volkskunde mit Hinweisen auf die Anfänge im 18. Jh., z. B. in dem Werk von Ch. W. J. Gatterer (1759-1838) oder bei F. Friese, Konrektor zu Altenburg (1668-1721) wurde unter diesem Blickwinkel die Entstehung der Geschichts- und Altertumsvereine nach 1830 analysiert. Daran anknüpfend wurde der Bogen über den Missbrauch der Volkskunde in der NS-Zeit bis in die heutige Zeit als empirische Alltagswissenschaft gespannt.

Für die Genealogen sind gegenständliche Dinge ihrer Vorfahren Zeugnisse ihrer Auseinandersetzung mit der Umwelt. Sie implizieren immer Werte, persönliche Einflussnahme, Auswahl, Ablehnung oder Beförderung von Dingen. Sachgegenstände oder gegenständliche Quellen bilden daher immer Mosaiksteine von Handlungskomplexen im Familienalltag. Mit der Suche nach diesen Quellen versucht der Familienforscher, sich ideell in eine andere Zeit, an einen anderen Ort und in andere Lebensumstände zurückzuversetzen, die seine Familie geprägt und geformt haben. Dabei ist es möglich, dass durch die Faszination des Originals Interesse, Verständnis und Forscherdrang geweckt oder verschüttete Informationen und Hilfestellungen freigesetzt werden.

Grundsätzlich können für den Familienforscher alle Gegenstände zur Quelle werden.

Aus diesem Grund sollte zu jedem Relikt seine Geschichte, Funktion und Erscheinung genau untersucht werden, sollte man zu jedem Gegenstand, ebenso wie bei den schriftlichen Quellen, konkrete Fragen nach dem Ursprung, der Entstehung, Herstellung und Entwicklung, der Verbreitung, der Anpassung oder Veränderung, der Rezeption, der Weitergabe stellen und dabei die Verwandtschaft und die Familie interviewend einbeziehen. Durch gezielte themenorientierte Fragen, durch die Einbeziehung von Fotos sollte man anregen, zu erzählen. So manche Geschichte zu einem Säbel, einem Uniformknopf, zu einer gestickten Decke oder zu einer Wäschetruhe kann man so aufnehmen und später in seiner Familiengeschichte verarbeiten. Bei der Dokumentation der Erkenntnisse zu einer gegenständlichen Quelle sollte der Familienforscher systematisch vorgehen:

Dokumentation zur gegenständlichen Quelle
– Aufnahme (Foto, Skizze, Zeichnung) und Aufmaß (auch aus verschiedenen Perspektiven)
– Beschreibung des Objektes (Material, Alter, Schäden, Erhaltungszustand, Aufbewahrungsort, Beschriftung)
– Bezeichnungen (mündlich, schriftlich, auch in chronologischer Abfolge)
– Funktion (Arbeitsvorgang, abweichende Verwendung, damit verbundene Arbeitsleistung/Mengenbearbeitung)
– soziale Einordnung
– geschlechtsspezifische Einordnung
– Herstellung des Gegenstandes (Entstehungszeit, auch Reparatur)
– Besonderheiten (Geschenk, angepasst an bestimmte Person)
– Dingbedeutsamkeit für die Familie (Spitznamen, Analogien)
– Geschichte (seit wann in Benutzung, seit wann nicht mehr in Benutzung)
– Verbreitung (Hof, Ort, Region- eventuell mit Fotos zu belegen)
Nicht alle Punkte können bei der Erfassung gegenständlicher Quellen d. Vorfahren abgearbeitet werden, sie sollten aber als Orientierung dienen.

An einzelnen Beispielen aus dem familiären Umfeld wurden nun die Möglichkeiten der Einbeziehung solcher Sachzeugnisse in die Familienge-schichte erläutert. Besonders anhand der Wäsche und Kleidung spiegeln sich Wertesymbole, Rollenverhalten, zeit-, orts- und anlassgebundene Faktoren wieder. Es gibt individuelles und gesellschaftlich dominiertes Kleidungsverhalten, die Symbolhaftigkeit von Wäschestücken ist ebenso zu beachten, wie Modeleitlinien und Modevorstellungen. Verbunden mit Kleidung waren und sind auch immer Lebensumstände sowie reale Tätigkeiten, wie Herstellen, Tragen, Flicken oder Umarbeiten, Reinigen, Waschen, Verbrauchen oder Entsorgen. Das Monogramm als zweckgebundenes Eigentumszeichen in der Unterwäsche, der Haushaltwäsche oder den Strümpfen belegt ein anderes Verständnis von langlebigem Gebrauch, von Urheberschaft und Eigentumsstolz.

Eine Tasse zum 70. Geburtstag des Urgroßvaters mit Inschrift, eine Wäschetruhe mit Monogramm, geschenkt bekommen zur Hochzeit, Monogramme auf Besteckteilen oder Servietten, eine Jahreszahl am Torbogen und ein Sinnspruch über dem Hauseingang, Stickereiübungen mit Namen und Jahreszahlen – all diese Dinge, die im Detail vorgestellt wurden, haben eine Geschichte, der man auf die Spur kommen muss, die eine Familiengeschichte bereichern können. Ihr Gebrauch erzählt von einer anderen Zeit, als der Gebrauch noch im Vordergrund stand, nicht der Konsum, als die Dinge noch einen hohen Anschaffungswert hatten und damit auch so lange wie möglich repariert und erst entsorgt wurden, wenn sie keiner sekundärer Verwendung mehr zugeführt werden konnten.

In dem Nichtschriftlichen, dem Gegenständlichen steckt Hand- und Kopfarbeit, oft zusammengefasstes Wissen der Vorfahren oder Erblast der Abstammung. Der Erzeuger oder Besitzer dieser Dinge stand am Ende einer Kette von mündlichen oder schriftlichen Überlieferungen, er verwendete das überlieferte Wissen, passte es seinen Bedürfnissen an, prägte das Ganze selbst durch seine individuelle Einflussnahme. In diesem Sinne kann man fragen, warum gegenständliche Quellen immer nur an große Persönlichkeiten erinnern sollen?
Auch der Familienforscher kann seine Familie authentischer in ihre Geschichte entführen, wenn er gezielt gegenständliche Quellen neben den schriftlichen Quellen „zu Wort kommen“ lässt.

M. Wermes

Quellen:
– Rolf W. Brednich, Grundriss der Volkskunde. 3. überarb. u. erw. Aufl., Berlin 2001.
– Hans Klecker, Von der Wiege bis zur Bahre. Geburt, Taufe, Hochzeit, Beerdigung, Speisen und Trachten in der gebirgigen
  Oberlausitz. Waltersdorf 1994.
– Wörterbuch der Völkerkunde, Berlin 1999.
– Aufriss der Historischen Wissenschaften, Bd. 4: Quellen. Hsg.: Michael Maurer, Stuttgart 2002.                                                         nach oben
 


02-2005: Die Erb- und Rittergüter der Familie von Friesen im 16. und 17. Jahrhundert
Zusammenfassung zum Vortrag am 09.02.2005,    Referent Herr Jens Kunze, DZfG, Sächsisches Staatsarchiv Leipzig

Die urkundlich belegte Stammreihe der von Friesen beginnt 1488, als Carl von Friesen mit dem Rittergut Kauern im Altenburgischen belehnt wurde. Kauern war damit zunächst das Stammgut der Familie, bis drei Generationen später … weiter im PDF


06-2004: Zu Löhnen und Preisen in der Vergangenheit
Zusammenfassung zum Vortrag am 09.06.2004,    Referent Dr. Uwe Bauer (LGG)

Die Leipziger Familienforscher bemühen sich, ihre genealogischen Forschungsergebnisse im Zusammenhang mit der historischen Soziologie und der Mentalitätsgeschichte zu sehen. Uns interessiert das Zusammenleben unserer Vorfahren. Einkommen und Preise bestimmen indirekt ihr Zusammenleben. Deshalb sind Kenntnisse darüber in der Vergangenheit notwendig.

Zuerst erfolgten einige Ausführungen zu den Begriffen Geld, Lohn, Gehalt, Preis, Einkünfte, Verdienst, Einkommen, Einnahmen und Bezüge. Das Wort „Lohn“ z.B. stammt ab von mhd. bzw. ahd. „lon“, was (auf der Jagd oder im Kampf) „Erbeutetes“ bedeutet.

Die LGG startet ein Projekt „Einkommen und Preise“, das in diesem Vortrag vorgestellt wird. Familienforscher, die z.B. in den Gerichtsbüchern nach ihren Vorfahren forschen, finden in diesen Unterlagen Aussagen über Preise und Einkommen. Diese Angaben sollen zuerst gesammelt werden. Später werden sie geordnet und nach einen vorgegeben System in einer Arbeitsmappe zugefasst, die jeden LGG-Familienforscher zur Verfügung steht wird.


05-2004: Besuch der Universitätsbibliothek Leipzig
Führung durch die UB am 12.05.2004

Am 12.5.2004 hatten sich 26 Mitglieder der LGG e.V. zu einer angemeldeten Führung in der Leipziger Universitätsbibliothek zusammengefunden.
Die UB Leipzig entstand im Gefolge der Reformation im albertinischen Sachsen im Jahre 1543 und ist damit die zweitälteste deutsche Universitätsbibliothek. Sie dient der Literatur- und Informationsversorgung der Universität Leipzig wie auch der Bevölkerung des Großraums Leipzig. Für Familienforscher ist besonders die ältere, ansonsten schwer erreichbare Literatur wie auch die Sondersammlungen von Interesse.

Die Hauptbibliothek in der Leipziger Beethovenstraße entstand als Neubau im Stil der Neorenaissance nach Entwürfen von Arwed Roßbach im Jahre 1891. Die „Bibliotheca Albertina“ wurde 1945 zu zwei Dritteln zerstört. Bis zum Jahre 1992 nur z. T. wieder aufgebaut, erfolgte in den Jahren bis 2002 eine vollständige Rekonstruktion, so dass das Gebäude heute wieder im alten Glanz erstrahlt. Neben der Hauptbibliothek gibt es zahlreiche Zweigstellen.

Die UB Leipzig besitz heute ca. 5 Millionen Bände und 7.800 laufende Zeitschriften, zahlreiche CD-ROMs und Dissertationen. Von den historischen Beständen sind insbesondere die 8.700 Handschriften, 3.600 Inkunabeln, 173.000 Autographen sowie Nachlässe, Münz-, Karten- und Bildnissammlungen erwähnenswert. Gegenwärtig stehen ca. 200 000 Bände in Freihandaufstellung sowie 780 Leseplätze zur Verfügung. Zur Buchrecherche stehen Computer zur Verfügung. Der WebOPAC ist der Hauptkatalog der UB Leipzig. Hier ist momentan ca. 25% des Bestan-des nachgewiesen.

Die Öffnungszeiten bis 21.00 Uhr sind sehr benutzerfreundlich. Für neue Nutzer muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Auskunft nur noch bis 16.00 Uhr besetzt ist – eine Folge der Einsparungspolitik, die auch schon das Budget der Erwerbungen in den letzten Jahren immer mehr geschmälert hat.

Für die Mitglieder der LGG e. V. war es ein interessanter Nachmittag, der einen Einblick in die Bestände wie auch in die Modalitäten der Benut-zung brachte und dadurch den Einen oder Anderen zum längst geplanten Besuch in die UB Leipzig animierte.

04-2004: Zum Aufbau einer Familienchronik – dargestellt an der Chronik der Familie Görner
Zusammenfassung zum Vortrag am 14.04.2004,    Referent Dr. Gunter Görner (Mühlhausen)

Dieser Vortrag war eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stadtbibliothek Leipzig und wurde im Bibliotheksgeschichtlichen Kabinett der Stadtbibliothek (Wilhelm-Leuschner-Platz 10711, 04107 Leipzig) vor ca. 50 Hörern gehalten.

Einleitend wurde auf die Veröffentlichung von M. Bähr über Familienchroniken als Darstellungsform familiengeschichtlicher Forschungsergebnisse hingewiesen. In dieser Arbeitet steht: „Eine Familiengeschichte bietet Möglichkeiten, die erheblich über die einer Ahnenliste hinausgehen. Zum einen werden die Namen und Daten der Familienmitglieder mit Leben erfüllt, zum anderen wird damit zugleich ein Stück Zeit- und Kulturgeschichte vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung geschrieben.” Weiterhin heißt es: „Eine Familienchronik bleibt nicht bei der Zusammenfassung einer schematisierten Listen- und Tafelaufstellung stehen, sondern enthält darüber hinaus erzählende Passagen, die den sozialen, kulturellen, zeit- und regionalhistorischen Hintergrund der Familiengeschichte aufzeigen. Auf diese Weise läßt sich ein farbiges und lebendiges Bild der Vergangenheit zeichnen und das Leben für die Nachwelt begreiflich schildern.”

G. Görner hat ist kurz auf die Entstehungsgeschichte der eigenen Familienchronik eingegangen. Danach wurde der Aufbau der Chronik dargestellt und ihr Inhalt erläutert. Die Familienchronik gliedert sich grundsätzlich in fünf Abschnitte:
– Die Region wird näher betrachtet. Sozialer und wirtschaftl. Hintergrund werden aufgezeigt
– Allgemeine Darstellung der Vorfahren des eigenen Namens von den bekannten Anfängen bis
   ins 19. Jahrhundert
– dto. 2. mit den anderen Vorfahren
– Vorfahren mit bestimmten Berufen, die sich besonders häufen, werden dargestellt, z.B. im Erzgebirge ist es der Bergbau und das metallverarbeitende Gewerbe. Meist wird auch auf Vorfahren als Bürgermeister, Richter, Pfarrer u.a. eingegangen
– Es wird auf das Leben der Vorfahren im 19. und 20. Jahrhundert eingegangen. Hier sind es naturgemäß weniger Personen.

Es gibt in der Regel mehr Material, man hat vor allen Dingen bildliche Quellen, was dann das Ganze besonders anschaulich macht.
Abschließend gab der Referent noch Erläuterungen über die Herausgabemöglichkeiten einer Familienchronik und deren Druckkosten.


02-2004: Ergebnisse der bisherigen Familienforschungen Wallis
Zusammenfassung zum Vortrag am 11.02.2004,    Referentin Frau Angelika Wallis (LGG), Leipzig

Die Referentin erklärte zu Beginn, welche Motivationen und Grundlagen sie zur Familienforschung brachten, die im persönlichen Bereich und in ihrer Ausbildung lagen.
Die Beginne der Forschungen basierten auf Literaturstudium und sortieren der bisherigen Forschungen des Großvaters. Weiterhin erfolgte die Teilnahme am Kurs der Volkshochschule Leipzig und der Erwerb eines Computerprogrammes. Die Forschungen wurden anfänglich im Ordner, später zusätzlich im Computer geordnet. Durch Kontakte bei den Forschungen im Kirchenarchiv konnten Verbindungen zu anderen Forschern vermittelt und hergestellt werden.

Ausgangspunkt der Forschungen war eine überlieferte Familieninformation, dass die Familie Wallis von einem vor Pramort gestrandeten englischen Seefahrer abstamme, der auf den Sundischen Wiesen gesiedelt hatte und 11 Söhne gehabt hätte. Nachgewiesen oder aufgezeichnet ist das nicht. Es gibt aber eine im Eigenverlag erschiene Veröffentlichung „Das Geschlecht Wallis – eine Stammfolge aus Vorpommern“, die aber keine Ahnenverwandschaft mit dem Probanden aufweist.

Da die Vorfahren der Familie Wallis von der Ostseeküste kommen, wurde ebenfalls versucht, sich in die Geschichte und Geografie von dieser Region einzuarbeiten. Im Zusammenhang mit den Forschungen und zur besseren Verfolgung der Familienzweige in die Vergangenheit suchte die Referentin vor allem immer, die Geschwister der Vorfahren mit zu erfassen.
Die Vorfahren Goethel (mütterlicher Zweig) kommen aus Thum im Erzgebirge. Auch hier erfolgte die Verbindung zur Geschichte und Geografie. Insgesamt erscheint es erstrebenswert, auch die Berufe und die damit verbundene gesellschaftliche Situation mit zu erfassen.
Frau Wallis beendete ihren Vortrag mit einigen Fragen, da sie sich erst seit relativ kurzer Zeit mit Ahnenforschung als Hobby beschäftig und erhielt vielfältige Anregungen und Informationen durch die Mitglieder der Leipziger Genealogischen Gesellschaft.


01-2004: Die Kröber-Forschung in Westsachsen und Ostthüringen
Zusammenfassung zum Vortrag am 14.01.2004,    Referent Herr Karlheinz Weidenbruch (LGG), Leipzig

Die Kröber-Forschung in Westsachsen und Ostthüringen war das Thema der Zusammenkunft der LGG am 14. Januar 2004.
Herr Weidenbruch wählte dazu als Ausgangspunkt das Altenburger Land. Im Altenburger Adressbuch von 2001 ist Kröber mit 65 Eintragungen zu finden. Damit gehören die Kröber´s mit zu den häufigen Familiennamen in Altenburg. Im Altenburger Land ist der Name Kröber – abgesehen von einigen wenigen Zuwanderungen – ein Herkunftsname, abgeleitet von den Dorf Kröbern, heute eingemeindet in Monstab. Dieses Kröbern wird erstmalig im Zehntverzeichnis des Klosters Bosau bei Zeitz in Jahre 1181 mit dem Namen Chobrin, abgeleitet von dem altsorbischen Per-sonennamen Chobr (Ort eines Chobr).

Im Laufe der Zeit unterlag sowohl der Ortsname, als auch der Familienname, sprachlichen Veränderungen. An Stelle von Chobrin finden wir heutige Kröbern und der 1419 in Poderschau erwähnte Titze Krobran würde sich heute Kröber nennen. In der Regel beginnen die Kirchenbücher des o.g. Forschungsgebietes , um 1600 beginnen. Eine gute Ergänzung bildet deshalb die sogenannte „Volkszählung 1580“ – ein Seelenregister über 247 Orte – welches die Superintendentur Altenburg erstellen ließ.

Hier finden wir die Kröber´s nur in den Orten von 4 Kirchspielen:
Bohra, in Schmölln eingepfarrt. Zschernitzsch, eine Filialkirche von Schmölln. Rolicka , in Dobitzschen eingepfarrt. In den vier Orten Kröbern, Petsa, Pöhla und Posa, welche alle zu dem Kirchspiel Monstab gehören und in Serbitz zum Kirchspiel Treben gehörig. Heute können etliche Kröbers ihre Vorfahren bis in die 1580 genannten Orte zurück verfolgen.
Nach dem heutigen Erkenntnisstand haben aber über 50% der Kröber´s im o. g. Forschungsgebiet ihren genealogischen Ursprung in Brossen bei Zipsendorf. Zipsendorf gehörte 1580 nicht zur Superintendentur Altenburg. Es kam erst 1976 zum Kreis Altenburg.

Der „Urvater“ in Brossen war ein Peter Kröber, der durch die Gerichts- u. Handelsbücher nachgewiesen werden konnte. Peter Kröber wurde um 1483 geboren und ist 1535 in Brossen verstoben. Er war ein wohlhabender Bauer. Seine Nachfahren haben sich nicht nur im Altenburger Land ausgebreitet, sondern auch in Richtung Zeitz, Groitzsch und Borna.
Wir kennen heute von Brossen ausgehende Linien in Zipsendorf, Brossen, Loitsch, Wuitz, Michelwitz, Gleina, Nehmitz, Langenheim, Berndorf und Großzössen.
Durch die Industrialisierung wurden – besonders nach 1870 – Kröbers aus diesen Linien in ganz Deutschland ansässig.
Nachfahren ausgewanderter Kröber´s aus dem Forschungsgebiet finden wir heute in allen Teilen der Welt.

Karlheinz Weidenbruch


10-2003: Zur Genealogie der Familie Gutsmuths
Zusammenfassung zum Vortrag am 08.10.2003,    Referent Herr Dieter Gutsmuths (LGG), Leipzig

Es erfolgt eine kurze Darstellung der Familienforschung Gutsmuths. Die Nachforschungen werden seit ca. 5 Jahren betrieben und nur nach Namensträgern, beginnend mit dem ältesten der Sippe. Es ist Hans Gutsmuths, geb. ca. 1520 in Laucha / Unstrut. Zur Zeit sind 527 Personen auf Personenstammblättern erfasst. Großer Wert wird auf soziale Dinge gelegt. So sind zu 25 % der Personen Erläuterungen, Episoden, Le-bensläufe, Leichenpredigten u.a. vorhanden.
Die Gliederung erfolgt in derzeit vier Zweige.

Ausgehend von Laucha wandern frühzeitig Mitglieder der Sippe aus nach Quedlinburg und Breslau. Aus der Quedlin-burger Sippe geht der bekannteste Gutsmuth hervor. Dieser Johann Christoph Friedrich wurde am 8.8.1759 geboren und geht 1785 nach Schnepfenthal an das Salzmann-Gymnasium als Lehrer. Er wirkte dort 50 Jahre als Philanthrop, Erzieher und Schriftsteller. Seine Verdienste, als der Großvater der deutschen Turnkunst, sind die Methodisieren des Schwimmens und der Gymnastik, sowie grundlegende Darstellungen zur Geographie. Er verfasste über 20 Schriften, darunter die bekannteste, die „Gymnastik für die Jugend“. Eine seiner bedeutendsten Zöglinge ist der spätere Prof. Karl Ritter an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Ein Schwerpunkt der Forschungen war die Breslauer Sippe, die 1671 vom böhmischen König geadelt wurde. Es konnte über vier Generationen der Adel nachgewiesen werden, bis er um 1800 ausstarb. Ein offenes Problem ist die Verbreitung in Ostpreußen. Es gibt mehrere Teilzweige ohne Zusammenhang und Nachweis, woher sie eingewandert sind.

Dieter Gutsmuths


05-2003: Erfahrungen bei der Erstellung eines Ortsfamilienbuches
Zusammenfassung zum Vortrag am 14. Mai 2003,    Referentin Frau Ingeburg Manig (LGG)

Voraussetzung für die Erarbeitung eines Ortsfamilienbuches ist die Möglichkeit, mit einem Computer und entsprechender Software zu arbeiten. Meine Arbeit wurde mit einem Programm GES 2000 durchgeführt. Folgende Systematik bei der Eingabe an Daten hat sich als günstig erwiesen.

Da es sich bei dem Kirchenbuch um Eintragungen ab 1645 handelte, habe ich abweichend von den Eintragungen im Kirchenbuch, die mit den Taufen beginnen, die Heiraten vorgezogen und in ein vorgegebenes Schema eingetragen. Dabei erhielt ich eine vollständige Familie, da bei den Taufeinträgen zu damaliger Zeit nur der Vater genannte wurde. Die Einträge enthielten auch noch Hinweise zu den Geburtsorten, Berufen, Familienstand und den Vater beider Eheleute sowie dessen sozialen Status. Das Alter war nur in Ausnahmefällen angegeben, z.B. beim Pfarrer, und musste daher geschätzt werden, mit 25 Jahren beim Ehemann und 20 Jahren bei der Ehefrau, außer bei Witwern und Witwen. Hier wurde das Alter höher eingesetzt.

Bei den Geburtseintragungen konnten dann meistens die Geburten entsprechend zugeordnet werden, außer bei neu zugezogenen Familien. Diese Familien habe ich dann auch erfasst, allerdings ohne Heiratseintrag, mit geschätztem Traudatum.

Dann erfolgte das Erfassen und Zuordnen der Beerdigungen. Die Personen waren meistens im Register zu finden. Zusätzlich gab es Personen, die in den letzten Lebensjahren als verwitwete Elternteile aufgenommen wurden, aber von anderen Orten stammten, und dann bei ihren Kindern verstarben. In einzelnen Fällen ergaben sich daraus auch neue Familien, denen Kinder zugeordnet wurden.

Als ganz besonders wichtig ist es bei dieser Arbeit, nicht allein, sondern möglichst mit einem interessierten Partner oder Forscherkollegen die Daten zu erarbeiten, bzw. Korrektur lesen zu lassen, um etwaige Fehler herauszufinden.

I.M. 


04-2003 Aussagen zum Aufbau einer Familienchronik
Zusammenfassung zum Vortrag am 09.04.2003,    Referent Dr. Ing. Horst Rolle

Unter diesen Titel stellte Dr. Ing. Horst Rolle, in Leipzig wohnhaft, seine Ausführungen am 9. April 2003 vor der Leipziger Genealogischen Gesellschaft.

Dr. Rolle wurde in Altenburg / Thüringen geboren und stammt aus der dort ansässigen so genannten Rolleschen „Schmiede-Dynastie“. Diese beginnt mit dem ersten nachgewiesenen Hufschmiedemeister David Rolle (1698-1763) aus Eilenburg, der in Seehausen bei Leipzig gestorben ist. Sein Enkelsohn Johann Christoph Rolle (1760-1836) wandert im Jahre 1798 in Altenburg zu und wird im selben Jahr Mitglied der Innung. Dessen Sohn Karl Friedrich Rolle (1802-1862) erwirbt in der Pauritzer Gasse in Altenburg um 1840 ein eigenes Grundstück zur Ausübung des Schmiedehandwerkes.

Dr. Rolle zeigte in seinen weiteren Ausführungen, dass es möglich ist, Hobby und berufliche Ausbildung in Einlang zu bringen. Als Architekt hat er sich vor allem auf die Erforschung der Hausgeschichte seiner Vorfahren konzentriert. Aus den Unterlagen der Altenburger Archive konnte er viele baugeschichtliche Details ermitteln und für sein „Familienarchiv“ dokumentieren. Dazu erläuterte er auch die Nutzung so genannter „Höhler“ als Lagerstätte für leicht verderbliche Lebensmittel. (Höhler sind ganz allgemein unterirdische Gänge in den deutschen Städten des ausgehenden Mittelalters).

Weiterhin unterstrich Dr. Rolle die Bedeutung der Sammlung alter Familienfotos und wies auf die Notwendig deren Kennzeichnung hin. Dr. Rolle gelang es in seinen Ausführungen, den Zusammenhang seiner Familiengeschichte mit der Stadt- und Regionalgeschichte herauszuarbeiten.

Der Vorsitzende der LGG , Herr Dr. Uwe Bauer dankte Herrn Dr. Rolle für seinen Vortrag, welcher mit viel Beifall bedacht wurde.

Karlheinz Weidenbruch
 


02-2003: Über Orts- und Familiengeschichte, Zu einigen Fragen – die jüdische Familienforschung betreffend
Zusammenfassung zum Vortrag am 12.02.2003,    Referentin Dr. Andrea Lorz

3 Ausgangs-Fragen aus eigenen Erfahrungen (Referentin ist keine Genealogin!):

– Ist es berechtigt, von jüdischer Familienforschung zu sprechen? Ist dies nicht Ausgrenzung – selbstgewählt und fremdbestimmt?
– Was unterscheidet die Jüdische Familienforschung von der Forschung in und zu nichtjüdischen Familien?
– Warum erlebt heute die jüdische Familienforschung einen regelrechten Boom? (Verweis auf zunehmende Anfragen, vor allem aus dem Ausland, wo die dritten und vierten Generationen in dem Fall der ehemaligen Leipziger leben)

Zur Notwendigkeit jüdischer Familienforschung in Vergangenheit und Gegenwart

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Familienforschung für jüdische Familien unbekannt…. mehr im PDF


01-2003: Barbara Uthmann – Familie und Nachkommen

Zusammenfassung zum Vortrag am 08.01.2003,    Referent Prof. Dr. Wolfgang Lorenz (Adam-Ries-Bund Annaberg-Buchholz)

Links: das Barbara-Uthmann-Denkmal in einer historischen Darstellung
Unter den vielen Persönlichkeiten, welche die Stadt Annaberg hervorgebracht hat, sind es besonders zwei, deren Namen bis heute im Gedächtnis der Annaberger lebendig geblieben sind: Adam Ries und Barbara Uthmann. Beide sind Renaissance-Menschen, Persönlichkeiten in einer Zeit, die, mit Engels zu sprechen, Riesen brauchte und Riesen hervorbrachte.

Barbara Uthmann ist, wie Adam Ries, nicht nur für die Stadt Annaberg von Bedeutung; sie war im 16. Jahrhundert eine der bedeutendsten Frau Sachsen; es gibt im Bereich der unternehmerischen Tätigkeit keine vergleichbare Frau, die selbständig ein derartiges Familien-Unternehmen zu einer Zeit leitete, als die Frau normalerweise noch keine selbständige Geschäftsfähigkeit erlangt hat.

Ihre Bedeutung liegt vor allem in ihrer Tätigkeit als Montanunternehmerin, die nach dem Tod ihres Ehemannes die beträchtlichen Unternehmungen der Familie fortsetzte, besonders die Kupferhütte Grünthal, die sie u.a. durch Einführung neuer Technologien zur wichtigsten Kupferhütte Sachsens entwickelte. Sie erreichte durch ein kurfürstliches Kupferkaufmonopol, dass alles in Sachsen gewonnene silberhaltige Kupfer in ihrer Hütte geschmolzen werden musste. Man bedenke: eine Frau, die im 16. Jahrhundert selbständig einen Betrieb der Kupferverhüttung leitete!
Rechts: das Wappen der Familie von Uthmann
Als vielseitige Unternehmerin war sie auch im Textilhandel und als Verlegerin für Porten erfolgreich und beschäftigte zeitweilig bis zu 900 Arbeiterinnen, was ihr den Ruf als Wohltäterin Annabergs einbrachte. Wahrscheinlich war sie auch an der Verbreitung des Klöppelns in Annaberg beteiligt.

Sie hat 12 Kinder groß gezogen, von denen heute besonders der Sohn Jacob Uthmann, Berg- und Hüttenherr, wichtig ist, der eine Tochter des Joachimsthaler Münzmeisters Geitzkoffler heiratete und 13 Kinder hinterließ, von denen alle heute im Familienverband v. Uthmann lebenden Nachkommen abstammen, und des Sohnes Marcus Uthmann, der ein leichtfertiges Leben führte und deshalb enterbt wurde, von dessen Tochter Anna, verheiratet mit dem Kürschnermeister Jacob Pirner, alle heute noch in Annaberg lebenden Nachkommen abstammen.


10-2002: Erfahrungen bei der Familienforschung Wolfgang Becher
Zusammenfassung zum Vortrag am 09.10.2002
Referent Wolfgang Becher, Altenburg, Beauftragter für Forscherkontakte der AMF

Mit Familienforschung habe ich 1992 ohne Vorkenntnisse begonnen. Das Familienstammbuch der Eltern mit drei Vorfahrengenerationen war die Grundlage. Meine Forschungsgebiete sind Schleiz-Lobenstein-Ziegenrück, Leipzig-Merseburg- Halle-Delitzsch und Magdeburg-Helmstedt-Salzgitter. Eine Befragung direkter Vorfahren war nicht mehr möglich. Das Entziffern der Kirchenbücher verbesserte sich nach einem Kurs an der Volkshochschule zum Lesen alter Schriften.

Zuerst habe ich geklärt, wie ich die Ergebnisse auf dem PC erfassen kann. Ich entschied mich für Nachfahrenlisten, damit sind sehr viele Personen leicht in die Familien einzuordnen. Die Vor- und Nachteile wurden den Zuhörern aufgezeigt. Jetzt dienen diese Listen als Arbeitslisten für die Eingabe in das Genealogieprogramm GES-2000, das noch mal eine Fehler- und Plausibilitätskontrolle vornimmt. Die Datensatznummern des Programms für Personen und Familien werden in den Arbeitslisten nachgewiesen. Doppelte Eingaben werden so vermieden, bei späteren Ergänzungen ist der Datensatz sofort auffindbar.

Bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig habe ich nach weiteren Lebensdaten von Vorfahren in der Ahnenstammkartei, im Deutschen Geschlechterbuch, im Deutschen Familienarchiv, in Ahnenlisten und andere genealogische Schriften gesucht. Weitere Quellen ergaben sich aus Literatur- und Quellenverzeichnissen.

Die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung brachte wichtige Kontakte zu anderen Familienforschern. Weiterhin habe ich über die anfangs gemachten Fehler bei der Datenerfassung und ihren Folgen berichtet.

Möglichkeiten zur Überwindung toter Punkte zeigte ich am Beispiel des Familiennamens Möbius:

– Einholen von Urkunden von den Standesämtern.
– Befragung älterer Einwohner im Dorf,
– Befragung der Pfarrämter, wer zum Ort oder Familiennamen schon geforscht hat,
– Adressenermittlung über Einwohnermeldeämter.

Mit Familienforschern mit Ahnengemeinschaft konnte ich wertvolle Daten und Ergänzungen austauschen.

Ermittelte entfernte Verwandte konnten z. B. Hochzeitsbilder zur Verfügung stellen sowie Namen und Verwandtschaften der Gäste mitteilen. Es gab zahlreiche Hinweise auf die Geschwister der Großeltern. Solche Verbindungen muss man pflegen und die Gespräche wiederholen, um Erinnerungen an weitere geschichtliche Ereignissen zu wecken.

Aus den Kirchenbüchern sollten unbedingt die Paten mit herausgeschrieben werden. Diese geben viele Hinweise auf die Familienstruktur und ergänzen die Geburten-, Heirats- und Sterbeeinträge in den Kirchenbüchern.

Die Datenbanken Forscherkontakte (FOKO) und GEDBAS ermöglichen Kontakte zu anderen Familienforschern im beiderseitigen Interesse zu knüpfen. Aus den eigenen Ahnenlisten sollen die FOKO-Daten in die Internet-Datenbank eingegeben werden. Ergänzend dazu sind die Ahnenlisten im Archiv zu hinterlegen.

Ständig habe ich Becher-Familien und Einzelpersonen mit Namen Becher (und abgewand. Schreibweisen) gesammelt u. d. Daten verdichtet i. d. Hoffnung, sie in die Familiengeschichte einpassen zu können. Daraus entwickelte sich eine Forschung zum Namen Becher.

Bisher konnten aus der Literatur oder von anderen Genealogen erforschte Personen oder Familien mit dem Namen Becher/er/t oder Pecher/er in 600 Orten weltweit erfasst werden.

Einen Familientag zum Namen Becher im Forschungsgebiet habe ich 1998 in Gräfenwarth bei Schleiz durchgeführt. Ich hoffte, dort weitere Forscher zum gegenseitigen Austausch unserer Ergebnisse zu finden. 


06-2002: Über Erfahrungen beim Aufbau eines eigenen Familienarchivs
Zusammenfassung zum Vortrag am 12.06.2002,    Referent Dr. Uwe Bauer

Die Stufen der genealogischen Entwicklung eines Familienforschers können wie folgt dargestellt werden, wobei diese Stufen auch den Entwicklungsaufbau eines persönlichen Familienarchivs enthält:

1. Startphase
Beginn mit einer Zündung, ein besonderes Ereignis, wo der Wunsch geweckt wurde, selbst Familienforschung zu treiben.
Unterlagen: nur wenige Unterlagen; zu diesem Zeitpunkt macht man sich nur wenige Gedanken darüber.

2. Anfängerphase
Aufbau einer Ahnenliste; Sammeln von Daten nach dem genealogischen Grundgerüst; Aneinanderreihung von Daten; „Grabsteingenealogie“; Sammeln in Ordnern, in der Regel die ersten 10 Generationen
Unterlagen: Unterlagen überschaubar; meist in Kartei- und Heftform; Gedanken über die Anschaffung eines Computer-Genealogieprogrammes

3. Gesellenphase (Fortgeschrittene)
Systematisches Sammeln von Daten nach vorgegebenen Schwerpunkten und Ordnungsprinzipien; Sammeln von allgemeinen Daten zur betreffenden Person; Betrachtung des Umfeldes; Zusammenhang zwischen Genealogie und historischer Soziologie; Mehrung von „toten Punkten“
Unterlagen: Anschaffung eines genealogischen Computerprogramms; Archivierung der Daten in den Dateien des Computerprogramms

4. Meisterphase
Das geordnete Sammeln geht in genealogisches Forschen über, vermehrter Austausch mit anderen Partnern; Ohne Computerprogramme ist das genealogische Forschen nur mit großem zusätzlichen Zeitaufwand beherrschbar
Unterlagen: Daten in verschiedenen Formen häufen sich; Aufbau eines eigenen Familienarchivs wird notwendig

Der Grundsatz zum Aufbau eines Familienarchivs ist banal: So ablegen, das man alles wieder findet! Seine Realisierung ist aber kompliziert.

Das eigene Familienarchiv, genannt bauerarchiv, umfasst gegenwärtig 40 große Ordner, 10 kleine Ordner, 5 Stehordner, 10 Klemmmappen, 15 große Kartons (17x28x37cm) und 5 kleine Kartons (8x28x37cm). Alle Unterlagen sind in einer Finddatei in einem Computerprogramm aufgeführt. Die Finddatei beinhaltet die Schlagwörter: Signatur, Sachgebiet, Titel, Quelle; Erscheinungsdatum, Art, Abteilung, Ordner, Kasten, Standort, Findbegriffe (5 Stück) und Bemerkungen. Die Sachgebiete sind untergliedert in Bild (B), Genealogie (G), Familie (F), Ort (O), Person (P), Region (R) und Sonstiges (S). Die Art der Unterlagen wird gegliedert in: Ausarbeitung (A; Ausarbeitungen), Bild (B; Bilder, Fotos), Dokument (D; Dokumente, Schriftstücke, Schriftverkehr), Kirche (K; kirchliche Unterlagen), Literatur (L; Literatur), Standesamt (P; Personenstandswesen), Staat (S; staatliche Unterlagen wie Gerichtsbücher etc.), Urkunden (U; Urkunden) und Leben (V; Lebensdaten/Vita).

Die Signatur ist wie folgt aufgebaut:

Sachgebiet (Buchstabe) – 2 Zahlen (Untergliederung der Sachgebiete) – Buchstabe (Unterlagenart) – 4 Zahlen (Registriernummer)
Beispiel: F01D0001 = eigene Familienforschung, Dokument mit der Registriernummer 0001

Des weiteren existiert eine Bilddatei. Die Originalbilder sind in Ordnern oder Kästen aufbewahrt. Alle wesentlichen Bilder (auch die, die im Original vorhanden sind) sind eingescannt und im Computer in Dateien abgelegt. Des weiteren existieren Textdateien, wo die Texte in einem Textverarbeitungsprogramm verfasst sind. Und die genealogischen Daten sind in einem Computergenealogieprogramm enthalten.
Die meisten Daten sind im Computer gespeichert und werden körperlich aufbewahrt. 


05-2002: Die letzte öffentliche Hinrichtung im Amt Frankenberg in Sachsen
Zusammenfassung zum Vortrag am 08.05.2002
Referent: Herr Frank Drechsel, Genealogischer Verein Chemnitz

Wenn in früherer Zeit etwas geeignet erschien, die Bevölkerung eines ganzen Landstrichs auf die Beine zu bringen, so war es eine öffentliche Hinrichtung. Die letzte in der Gegend von Frankenberg geschah 1835.

Bei öffentlichen Hinrichtungen wurde die Todesstrafe vor einer großen Volksmenge vollzogen – es konnten also tausende Menschen ungehindert zusehen – wogegen spätere Hinrichtungen mitunter in Höfen von Landgerichten unter Zulassung einer begrenzten Zuschauerzahl bzw. ausgesuchter Personengruppen stattfanden. Öffentliche Hinrichtungen wurden von der Obrigkeit wohl auch zur Abschreckung der Massen gedacht; letztere befriedigten damit z.T. sicher auch ihre Schaulust und erhofften davon zuweilen auch wundertätige Wirkungen. Die im folgenden beschriebene Begebenheit ist in der Heimatgeschichte als „Mord zu Mühlbach“ überliefert. Wie sich bei den Forschungen zeigt, enthalten einige literarische Beschreibungen aber Unrichtigkeiten. Als Quellen dienten neben seriöser Literatur u.a. Kirchen- und Gerichtsbücher sowie Unterlagen im Stadtarchiv und Stadtmuseum Frankenberg.

Die Hingerichtete, Christiane Concordie Beyer, wurde am 18.4.1809 in Berbersdorf bei Hainichen als Tochter des dortigen Erbrichters Carl Christoph Beyer und seiner Ehefrau Christiane Friederike geb. Gölbrich geboren. Beide Eltern kamen aus angesehenen und wohlhabenden Familien im Raum Hainichen und Freiberg. Darunter befinden sich Bauern, Handwerker, Richter, Schöppen, Kirchenvorsteher und ein Pfarrer.

Christiane Concordie Beyer wurde am 17.4.1834 in Pappendorf mit Johann Carl Gotthelf Seltner, 3/4-Hüfner in Mühlbach, getraut.
Die Eltern beider Brautleute waren zu dieser Zeit bereits verstorben. Erbrichter Beyer hatte sich 1833 das Leben genommen, über die Gründe können heute nur Vermutungen angestellt werden. Seine Ehefrau verstarb 1830. Im Gegensatz dazu wird in mancher Literatur angegeben, die Eltern der Braut hätten die Tochter zu dieser Ehe gedrängt.

Am 12.5.1834, einen Tag nach der Feier des Einzuges der Braut in Mühlbach, wurde ihr Ehemann plötzlich krank; Arznei konnte ihm nicht helfen und er verstarb nach großen Leiden noch am selben Tag. Seine Geschwister wünschten eine Sektion des Leichnams, die ergab, dass Selters an Vergiftung durch Arsenik verstorben sei. Bei der Vernehmung von Selters Mägden, Schwager und Witwe ergab sich gegen letztere ein Verdacht, weshalb sie in die Fronfeste Sachsenburg gebracht wurde, wo sie 502 Tage bis zur Hinrichtung inhaftiert war.

Nach mehrmaligen Leugnen gestand sie die Vergiftung ihres Ehemannes und gab ihren Geliebten Carl August Krell aus Pappendorf, einen ledigen Knecht, der in ihrem väterlichen Gut dient, als Mitwisser an. Da eine Verheiratung mit ihm nicht möglich war, plante sie schon vor ihrer Trauung, den Ehemann zu vergiften, um dessen Gut zu erlangen und Krell zu heiraten. Zur Tat benutzte sie Rattengift, das sie ihrem Mann in den Kaffee tat. Krell ebenfalls in Haft genommen, gestand seine Mitwisserschaft, leugnete aber jede tätige Teilnahme und versuchte später, seine Geständnisse zu widerrufen.

Ende 1834 gebar Christiane Concordie Seltner eine Tochter, die im Februar 1835 ihrer Schwester übergeben wurde, aber nach wenigen Monaten verstarb. Christane Concordie Seltner und Carl August Krell hatten sich Verteidiger gewählt. Die Akten wurden an den damaligen Schöppenstuhl zu Leipzig zum Verspruch gesandt. Nach einem Monat kam dort das Urteil: für die Seltnerin die Todesstrafe des Rades, für Krell 2 Jahre Zuchthaus. Beide reichten neue Verteidigungsschriften ein und die Akten wurden an die Juristen-Fakultät Leipzig zum Verspruch gesandt, die das Urteil aber bestätigte. Die Seltnerin bat um nochmalige Verteidigung und Krell um Begnadigung; das Apellationsgericht Zwickau wies aber beide ab. Krell kam ins Zuchthaus Waldheim und heiratete 1839 eine andere Frau.
Die Geschwister der Verurteilten (Bruder Erbrichter Beyer in Berbersdorf und ihre Schwester) und der von diesen gewünschte Verteidiger ersuchten um eine 3. Verteidigung, was ebenfalls von Zwickau abgeschlagen wurde. Eine Woche vor der Hinrichtung reichten Christane Concordie Seltner und ihr 2. Verteidiger ein Begnadigungsgesuch ein, auf das vom König und vom Prinz Mitregent die Strafe des Rades auf Gnaden in die Todesstrafe durch das Schwert umgewandelt wurde.

Das Urteil wurde am 29.9.1835 durch den Frankenberger Scharfrichter Fischer vollstreckt. Als Richtplatz dienten Felder in der Nähe des Gasthauses „Drei Rosen“ in Dittersbach. Kavallerie, Kommunalgarde und die Amtsfolge (Bauern aus über 10 Orten) sperrten ihn ab. 15 – 20000 Menschen sollen der Hinrichtung zugesehen haben. Zwei Geistliche erteilten der Verurteilten Zuspruch. Nach einer kurzen Ansprache des Justizamtmanns wurde sie mit dem Schwert enthauptet. Augenzeugen haben berichtet, dass von Zuschauern das Blut der Hingerichteten aufgefangen und getrunken worden sei als Mittel gegen Krämpfe und Gicht.

Den Leichnam brachte man zur medizinischen Akademie Dresden. Der Schädel von Christiane Concordie Seltner und eine nach dem Tod angefertigte Gipsbüste ihres Kopfes befinden sich heute im Anthropologischen Museum in Dresden. Beides war im Stadt Museum Frankenberg anlässlich einer Ausstellung zum beschriebenen Vorfall vor einigen Jahren zu sehen. Ein Frankenberger Lehrer hat vor längerem ein Bänkellied zu der Begebenheit verfasst und das Gymnasium der Stadt dieselbe in einem Theaterstück verarbeitet. 


04-2002: Genealogie im 21. Jahrhundert
Zusammenfassung zum Vortrag am 10.04.2002
Referent Dr. Hermann Metzke, Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Vereine (DAGV)

Genealogie im 21. Jahrhundert kann nicht lediglich die Fortsetzung der Familiengeschichtsforschung des 19. Jahrhunderts mit anderen Mitteln sein. Es gibt Entwicklungen, die möglicherweise zu einer grundsätzlichen Veränderung der Genealogie in Deutschland führen könnten. Vor allen drei Aspekte sind relevant:

– Veränderung der Quellenlage durch den 2. Weltkrieg
– Veränderungen in Familienstruktur und Namensrecht
– Veränderungen in der demographischen Entwicklung (Die deutsche Genealogie wird sich in Genealogie in Deutschland verwandeln)

Alltagsgeschichte, die in letzter Zeit zunehmend zu einem wichtigen Thema der Geschichtsforschung geworden ist, und das Interesse an der eigenen Geschichte wirken sich gegenwärtig auf die deutsche Genealogie aus. Die EDV und das Internet haben eine tief greifende Veränderung der genealogischen Arbeitsmethoden hervorgerufen und werden zunehmend Organisationsformen innerhalb der Genealogie beeinflussen.

Entscheidend für die Zukunft der Familienforschung in Deutschland ist der Zugang zu Informationsquellen und die Art der flächendeckenden Wahrung der Überlieferung. Die Standesamtsregister treten die Nachfolge der Kirchenbücher an. Hauptproblem bei dieser genealogischen Quelle ist gegenwärtig der § 61 PStG, also der Datenschutz.
Die zukünftigen Aufgaben der organisierten Genealogie in Deutschland wird sich in den Schwerpunkten Computergenealogie, regionale Vereine, konzeptionelle Arbeit, wissenschaftliche Arbeit sowie Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit konzentrieren.

Der Inhalt dieses Vortrages ist in der Veröffentlichung Genealogie – Vergangenheit Gegenwart Zukunft von Hermann Metzke in der Zeitschrift Genealogie Band 26. 51. Jahrgang Heft 7-8 (Juli-August 2002 S. 193 – 208 enthalten. In dieser Veröffentlichung werden die Themen: Genealogie – Hilfswissenschaft oder Methode?, Genealogie und Nationalsozialismus, die Situation der deutschen Genealogie am Beginn des 21. Jahrhunderts, EDV und Internet, Datenschutz, DNA-Genealogie und Zukunftsaufgaben der organisierten Genealogie in Deutschland behandelt.
 


02-2002: Das Aufgabengebiet des Sächsischen Wirtschaftsarchivs, Umfang und Nutzung seiner archivarischen Unterlagen

Zusammenfassung zum Besuch im Sächsischen Wirtschaftsarchiv Leipzig e.V. (SAW), Theresienstraße 10, 04129 Leipzig
am 13.02.2002,    Referentin Frau Dipl.-Archivar Veronique Töpel

Das Sächsische Wirtschaftsarchiv e.V. wurde am 5. April 1993 in Leipzig auf Initiative der sächsischen Industrie- und Handelskammer gegründet. Es sieht sich in der Tradition des Archivs für Wirtschaftsgeschichte Leipzigs, das von 1887 bis 1959 an der Bibliothek der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig existierte.

Die Aufgaben des SAW ist satzungsgemäß mit der „Errichtung und Erhaltung eines Archivs zur Wirtschaftsgeschichte Sachsens, in dem besonders die Sicherung, Bewertung und Bewahrung des wirtschaftlichen Archivgutes aller Regionen des Freistaates Sachsens betreiben wird“, definiert. Diese Aufgabe wird auf verschiedene Weise erfüllt. So werden Unternehmen bei der Sicherung und Erschliessung ihrer historischen Unterlagen im eigenen Unternehmensarchiv unterstützt. Ein wichtiger Teil des Wirkens ist aber auch darauf gerichtet, bei Einstellung der Geschäftstätigkeit oder Insolvenzen die Archive bzw. historischen Unterlagen der betroffenen Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Inhabern oder den eingesetzten Verwaltern durch Übernahme in das SWA zu sichern.

Bei der Erweiterung seiner Bestände ist das Archiv in hohem Maße auf die Bereitschaft von Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen und Verbänden angewiesen, Schriftgut der Wirtschaft und entsprechendes Sammlungsgut zu übergeben oder zu hinterlegen. Das SAW verfügt über Bestände aus folgenden Bereichen der Wirtschaft:

– Industrie und Handelskammern
– Unternehmen
– Vereine und Verbände
– Bildungseinrichtungen
– wirtschaftsnahe Nachlässe und Dokumentationen
– Sammlungen (Festschriften, Kataloge, Reklamemarken, Werbemittel, Briefköpfe, Fotos u.a.)

Wie eindrucksvoll aufgezeigt wurde, können diese Bestände wertvolle Quellen für genealogische Forschungen sein.
Abschließend wurden Service und Dienstleistungen dargestellt.
Weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.swa-leipzig.de und http://www.wirtschaftsarchive.de


01-2002: Mitglieder der Familie Burgsdorff in der Funktion der Kreishauptleute in Leipzig im 19./20. Jahrhundert
Zusammenfassung zur gemeinsamen Veranstaltung am 09.01.2002 des Sächsischen Staatsarchivs Leipzig (Schongauer Str. 1, 04329 Leipzig) und der LGG mit anschließender Führung durch die Ausstellung „Bewegte Sächsische Region – Vom Leipziger Kreis zum Regierungsbezirk Leipzig 1547 – 2000“,    Referent Herr Hans-Jürgen Voigt (Sächsisches Staatsarchiv Leipzig)

Der Vortrag beschäftigte sich mit der erstaunlichen familiären Tradition der Verankerung in der sächsischen Staatsverwaltung.
Im Mittelpunkt standen die Biographien von Curt Ludwig Gottlob von Burgsdorff (1812-1875), Curt Ludwig Franz von Burgsdorff (1849-1922) und Curt Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff (1886-1962), die Herkunft, Ausbildung, Karriereverläufe, aber auch Heiratverhalten, materielle Lage, Selbstverständnis, Anpassung und Konflikte in Verbindung mit verwaltungsgeschichtlichen Aspekten. Hier sollte der soziale Prozess der Rekrutierung höherer Beamtenschaft in einer sächsischen Mittelbehörde beleuchtet werden.

Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass alle drei Vertreter der Familie die höhere Verwaltungslaufbahn einschlugen, die sie aus der spezifischen Entwicklung ihrer Väter kannten. Als Voraussetzungen galten abgeschlossene universitäre, verwaltungsjuristische Ausbildungen für alle drei. Über eine große Mobilität konnten alle in verantwortungsvolle Positionen aufsteigen. Der Weg nach „oben“ verlief im Wesentlichen nach dem gleichen Muster: untere Verwaltungsebene, Mittelbehörden, Ministerium, Sonderbehörden und zurück in eine leitende Position der Mittelstufe. Karrieresprünge sind nur für Curt Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff in Zusammenhang mit seinem Bekenntnis zu den Machthabern der NSDAP 1933 zu erkennen.
Die Zuordnung zu einer Kategorie „Amtsadel“ wird bei d., in verwaltungsgeschichtlicher Traditionslinie stehenden Familie, augenfällig.

In den Elternhäusern Burgsdorff sind die positiven Seiten des Beamtendienstes generationsübergreifend im Selbstverständnis verankert gewesen: die exklusive Stellung des höheren Beamten im öffentlichen Leben wurde wahrgenommen, Treue und Pflichterfüllung als Lebenshaltung wurden gelebt, die Bereitschaft zur Mobilität bestand, um auf verschiedenen Dienstposten in Sachsen beruflichen Aufstieg in die höheren Beamtenränge zu nehmen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund der Funktion als Kreisdirektor bzw. Kreishauptmann und Repräsentant des Staates in der Region, verbunden mit zahlreichen Ehren- und Nebenämtern die Burgsdorff im öffentlichen Leben der Region und der Stadt Leipzig eine herausgehobene Stellung einnahmen. 


11-2001: Einschätzung der weiteren Entwicklung der Familienforschung am Beispiel des Altenburger Landes
Zusammenfassung zum Vortrag am 14.11.2001,    Referent Karlheinz Weidenbruch

Unter dieses Thema stellte Herr Weidenbruch seine Ausführungen anlässlich der Zusammenkunft der Leipziger Genealogischen Gesellschaft am 14. November 2001. Anliegen dieser Ausführungen sollte es sein, herauszuarbeiten, welche Anforderungen werden zukünftig an die Arbeit von genealogischen Vereinigungen gestellt. Dabei sollte eingeschätzt werden, wie zukünftig die Inhalte von Anfragen sein könnten.

Es gibt sicher unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Genealogie als Hilfswissenschaft der Geschichte prognostizierbar ist oder nicht. Letztlich hat aber die Genealogie methodisch und inhaltlich hinsichtlich der Ermittlung, Darstellung und Weiterverbreitung von genealogischen Daten eine eigene, ganz spezifische Entwicklung genommen. Es ist also durchaus ganz legitim, Schlussfolgerungen zu ziehen, wie sich diese Methoden und Inhalte weiter entwickeln könnten. Das Hauptanliegen der Genealogie wird auch in Zukunft unveränderlich bleiben:
Daten, Geschichte und Lebensbedingungen von persönlichen Vorfahren zu ermitteln. Die Erfassung und Darstellung von Forschungsergebnissen unterlag in der Vergangenheit – und unterliegt damit auch in der Zukunft – Veränderungen. Ihre Methoden sind also vom historischen Umfeld abhängig.

Ausgehend vom Altenburger Land, dem Territorium des früheren Herzogtums Sachsen Altenburg, wurde erläutert, dass die Geschichte der Genealogie eine eigene spezifische Entwicklung genommen hat und es immer wieder Versuche gab, zu bestimmten Zeitpunkten Bestandsaufnahmen vorzunehmen. Heute stellen wir fest, dass es um 1900 eine Blütezeit gab, deren Träger hauptsächlich die Altenburger Großbauern waren (Es gab natürlich auch aktive bürgerliche Forscher).

Am Beispiel des Lebensweges des Bauern Julius Nitzsche wurden die Triebkräfte für eine aktive Heimat- u. Familienforschung genannt, welche zur Erstellung einer Vielzahl von Stammtafeln für einzelne Bauernhöfe führte. Einen weitern Höhepunkt erlebte die Familienforschung nach dem 1. Weltkrieg. Ab jetzt traten bürgerliche Familienforscher verstärkt hervor. Diese Aktivitäten und das Bedürfnis zum Zusammenkommen mit Trägern gleichen Namens führte besonders in der Zeit von 1920 bis 1930 zu Gründungen von Familienverbänden. Zur Koordinierung der Arbeit die-ser Verbände bei Einbeziehung einzelner Forscher gründete Paul Leidner im November 1928 die „Arbeitsgemeinschaft Altenburger Familienverbände und Freunde der Familienforschung“. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine verstärkte Hinwendung zur Stammforschung. Dazu wurde am Beispiel von Dr. Nehrlich (1913 – 1990) die Forschung nach den Namen „Köhler“ erläutert.

Es ging also Anfangs bei der Stammforschung um die Erfassung gleicher Namensträger in einem lokal begrenzten Raum. Heute werden gleiche Namensträger weltweit gesucht.
Begünstigt wird das durch die internationalen Kommunikationsmöglichkeiten. Anfragen aus aller Welt lassen erkennen, dass es eine Familienzugehörigkeit gibt mit Nachfahren von ausgewanderten Vorfahren. Wir bekommen also Familienverbände auf internationaler Basis. Es kann wohl zurecht eingeschätzt werden: Die Stammforschung wird in Zukunft überdurchschnittlich wachsen. Daraus folgt: Es wird zunehmend eine neue Form von Anfragen an uns herangetragen, welche die Suche von bestimmten Namensträgern eines lokalen Gebietes betrifft. 


10-2001: Erfahrungen auf dem Gebiet Computergenealogie bei der eigenen Ahnenforschung
Zusammenfassung zum Vortrag am 10.10.2001,    Referent Dr. Uwe Bauer und Kay-Uwe Bauer

Der Vortrag war gegliedert in:

– Erfahrungen mit dem Programm AHN-DATA
– Darstellung von GES-2000
– Bildbearbeitung
– Darstellung der eigenen Familiengeschichte
– Arbeit im Internet

Das Programm AHN-DATA wurde 1987 entwickelt und 1988 der Öffentlichkeit vorgestellt. Bisher existieren 5 Versionen. Ab 1997 erfolgte keine Programmpflege mehr, und es ist nicht auf Windows zugeschnitten.
Zum Programm AHN-DATA wurde besonders folgende Schwerpunkte erläutert: Erfassen und Verändern von Daten (Eingabemaske); Daten löschen, Erfassen und Verändern von Texten, Menü Listen, Menü Sortieren und Menü Dienste.

Dann wurde das Programm GES-2000 dargestellt. Diesem Programm ist eine vorzügliche, wenn auch teure Programmpflege eigen. Es ist voll Windows kompatibel.
Die für die eigene Familienforschung verwendete Bildbearbeitung mittels Computer wurde dargestellt und Erfahrungen mitgeteilt. Ermöglicht diese Bildbearbeitung erst eine neue Qualität bei der Darstellung der Familiengeschichte.

Das Konzept der eigenen Familiengeschichte wurde vorgestellt und umfasst 12 Bände. Schon fertig gestellte Bände wurden vorgezeigt. Abschließend wurden die Möglichkeiten der genealogischen Arbeit im Internet erläutert.
 


06-2001: Der Genealogische Verein Chemnitz e.V. stellt sich vor
Zusammenfassung zum Vortrag am 13.06.2001,    Referent Herr Armin Lippmann, Chemnitz

Herr Lippmann, der ehemalige Vorsitzende des Genealogischen Vereins Chemnitz, berichtete über die Entstehungsgeschichte des Vereins, dessen Gründung und über dessen zukünftige Aufgaben.

Der Chemnitzer Verein wurde 1986 gegründet und umfasst gegenwärtig 31 Mitglieder. Er ist seit 1994 Mitglied der DAGV. Vorsitzender von 1986 bis 2001 war der Vortragende. Jetzt wird die Funktion von Dr. Hofmann wahrgenommen.
Das Arbeitsgebiet umfasst: Familienkundliche Forschungen in Sachsen, Erzgebirge und teilweise Mitteldeutschland, Familienrekonstruktion, Mitwirkung bei territorialen Projekten auf genealogischen Gebiet. Über Probleme und Erfolge wurde berichtet.
Da sich zwischen den Chemnitzer und Leipziger Genealogen viel Parallelität gezeigt hat, wurde besonders im Anschluss anregend diskutiert. Beide Vereine haben beschlossen, ihre Aktivitäten zukünftig abzustimmen und gemeinsame Projekte anzugehen.
 


Tradition und Innovation im sächsischen Archivwesen unter besonderer Berücksichtigung des Staatsarchiv Leipzig als Deutsche Zentralstelle für Genealogie
Zusammenfassung zum Vortrag am 09.05.2001,    Referentin Fr. Ingrid Grohmann

Einleitend wurde über die historische Entwicklung des Archivwesens allgemein berichtet. Danach umriss die Referentin kurz die Entwicklung des heutigen Staatsarchivs Leipzig als Fachbehörde für das Archivwesen im Freistaat Sachsen mit der Zuständigkeit für Nordwestsachsen. Dabei wurde von Frau Grohmann besonders die Einbindung der Zentralstelle für Genealogie im Staatsarchiv Leipzig dargestellt.
Die im Rahmen der Neuorganisation des sächsischen Archivwesens möglichen zu erwartenden Veränderungen wurden angeschnitten. Auch in Zukunft wird die Deutsche Zentralstelle für Genealogie ihren festen Bestand innerhalb des Sächsischen Archivwesens haben.

Abschließend informierte Frau Grohmann, dass das 100 jährige Bestehen der Zentralstelle im Jahre 2004 würdig begangen werden wird. Die Leipziger Genealogische Gesellschaft e.V. hat hierbei ihre Unterstützung zugesagt.
Das vollständige Referat liegt sowohl beim Staatsarchiv Leipzig (Frau Grohmann) als auch bei der Leipziger Genealogischen Gesellschaft vor. Eine Veröffentlichung des Vortrages ist vorgesehen.
 


04-2001: Zur Vorgeschichte des arischen Ahnenpasses
Zusammenfassung zum Vortrag am 11.04.2001,    Referent Dr. Weiss, Volkmar (Rietschelstr. 28, 04177 Leipzig)

Bereits am 7.4.1933 erließ der Reichsminister des Innern der von Hitler geführten Koalitionsregierung das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Der von diesem Gesetz geforderte „arische Abstammungsnachweis“ bis 1800 zurück machte die Genealogie zu einem Politikum von ….. mehr im PDF.
 


02-2001: Der Leipziger Geschichtsverein e.V. stellt sich vor
Zusammenfassung zum Vortrag am 14.02.2001,    Referent Hr. Steffen Held

Die Februarveranstaltung am 14.02.2001 der Leipziger Genealogen hatte sich zum Inhalt gemacht, sich über Entwicklung und Aufgaben des Stadtgeschichtsverein zu informieren und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit nachzudenken.

Herr Steffen Held berichtete von der Entwicklung des Vereins, dessen Gründung als Verein für Geschichte der Stadt Leipzig im Dezember des Jahres 1867 erfolgte. Er war der dritte Geschichtsverein in Sachsen, der entstanden war. Vorangegangen waren Gründungen in Zwickau und Freiberg. Die Leipziger Nachrichten berichteten von der Konstituierung und schrieben: Der Verein bezweckt durch wissenschaftliche Forschung die geschichtliche Entwicklung Leipzigs möglichst aufzuklären, die Kenntnis der letzteren in weitere Kreise zu verbreiten und für die Erhaltung und Vermehrung der städtischen Merkzeichen tätig zu sein.
In diesem Sinne folgten schon bald öffentliche Vorträge und Exkursionen. Die Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe begann 1872.

1947 gründete sich demnächst ein Arbeitskreis für Stadt- und Kulturgeschichte, der sich 1955 als Fachgruppe Stadtgeschichte unter dem Dach des Kulturbundes konstituierte.

Am 17. Dezember 1990 gründeten 43 Interessenten den Leipziger Geschichtsverein e.V. . Auf den Tag genau 123 Jahre zuvor war der Verein für die Geschichte Leipzigs ins Leben gerufen worden, als dessen Nachfolger sich der neue Verein versteht. Die Hauptanliegen – die Erforschung der Geschichte der Stadt und die Pflege ihrer Denkmale – stehen auch heute auf seiner Tagesordnung.

Stadtgeschichte und Genealogie sind untrennbar miteinander verbunden. Daher wurde einvernehmlich beschlossen, künftig enger zusammen zu arbeiten. Dabei geht es vor allem um den Austausch von Publikationen und Programmen, eine wechselseitige Vortragstätigkeit sowie das gegenseitige Besuchen von Veranstaltungen.
 


01-2001: Familienforschung in den ehemals östlichen Provinzen des Deutschen Reiches
Zusammenfassung zum Vortrag am 10.01.2001,    Referentin M. Wermes

Zur Januar-Veranstaltung der Leipziger Genealogischen Vereinigung am 10.1.2001 wurde ein Thema gewählt, dass auf den ersten Blick vielleicht etwas allgemein und unzulänglich erscheint. Dennoch gibt es auch unter den Leipziger Genealogen nicht wenige, die ihre Vorfahren in den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Grenze suchen und daher geneigt waren, sich mit dem neuesten Forschungsstand vertraut zu machen.
Schwerpunkt des Vortrages bildete zunächst die methodische Seite des Herangehens an die Forschungen in den heute zu Polen, der Tschechischen Republik und Russland gehörenden Gebieten sowie Hinweise auf mögliche Hilfestellungen durch Vereine, Organisationen, Archive und Bibliotheken. Darin eingebettet war immer wieder das Aufzeigen neuester, genereller Forschungsliteratur, wie z.B.
– Laszuk, Anna; Kirchenbücher und Standesamtsregister in polnischen Staatsarchiven- ein Führer. 2. Auflage, Neustadt/Aisch 2000.
– Wegweiser für die Forschungen nach Vorfahren aus den ostdeutschen und sudetendeutschen Gebieten sowie aus den deutschen Siedlungs-
   gebieten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (AGOFF-Wegweiser), 5.Auflage, Neustadt/Aisch 2000 (ISBN 3-7686-1060-8).
– Brzozka, Tomasz; Deutsche Personenstandsbücher und Personenstandseinträge von Deutschen in Polen 1898-1945, Frankfurt/M. 2000.

Nachdem die wichtigsten Hilfsmittel zum Auffinden der zuständigen Pfarrei bzw. des zuständigen Standesamtes, die wesentlichsten Übersichten zu noch vorhandenen Kirchenbüchern und Standesamtsunterlagen benannt worden waren, ging es zu den einzelnen Besonderheiten in den Forschungsgebieten Ost- und Westpreußen, Pommern, Posen, Neumark, Schlesien und Sudeten. Fragen zu den preußischen Prästationstabellen konnten ebenso beantwortet werden, wie die nach Grund- und Hypotheken-Akten oder nach geeignetem Kartenmaterial. Zu den Gegebenheiten in den tschechischen Archiven konnten die Leipziger Genealogen aus eigener Erfahrung berichten.

Auf die großen Möglichkeiten, die der einzelne Familienforscher auch bei der Auswertung regionalgeschichtlicher Literatur hat, wurde gesondert hingewiesen. Beispielgebend sind die Publikationsreihen des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen und der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher. Hervorhebenswert sind aber auch Einzelarbeiten, wie z. B.
– Kambach, U.: Die Eheschließungen in Schlesischen Provinzialblättern. Ein Register für die Jahre 1785-1849. Neustadt/Aisch 1994,
– Stübs, G.: Wegweiser für familien- und ortsgeschichtliche Forschung in Pommern, Konstanz 1999,
– Grüneberg, G.: Kirchenbücher, Kirchenbuch-Duplikate und Standesamtsregister der ehemals brandenburgischen Kreise Königsberg,
   Soldin, Landsberg, Arnswalde, Friedeberg, Ost- und Weststernberg, Crossen, Züllichau-Schwiebus, Guben und Sorau (östlich der
   Neiße), Schwerin, Meseritz und Bomst, Lenzen/Elbe 1998.

Abschließend wurden die für die einzelnen Forschungsregionen wichtigen genealogischen Vereine, Forschungsgruppen und Spezialisten genannt, die schon manchem Familienforscher wertvolle Tipps zum Fundort von weiterführenden Quellen geben konnten. Ergänzend wurde auf die vielfältigen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und Kommunikation mittels des Internets hingewiesen. 


10-2000: Gleich und Gleich gesellt sich gern
Zusammenfassung zum Vortrag am 11.10.2000,    Referent Dr. Uwe Bauer

Einleitend wurden die Begriffe Trauung, Hochzeit, Gerade, Agnaten, Deszendenten, Schwertmagen, Spindelmagen u.ä. näher erläutert. Einige Hochzeitsbräuche wurden dargestellt. Des weiteren sind einige statistische Betrachtungen über die verwendeten Ahnenlisten durchgeführt worden. Dazu erläuterte der Referent Lebenszeitdiagramme.
An Hand von sechs Beispielen ist auf die Heiratspraktiken unter dem Aspekt der sozialen Mobilität eingegangen worden. Die Beispiele zeigten in den unterschiedlichsten Klassen, dass die soziale Mobilität relativ gering war. Das folgende Beispiel zeigt über fünf Generation diese geringe soziale Mobilität:

1. Generation
Siegel, Zacharias (1614 – ?) Freihöfer, Eibenstock;
Sohn von Gabriel Siegel, Freihöfer

2. Generation
Siegel, Gabriel (1583 – 1666) Freihöfer, Eibenstock;
Sohn von Christoph Siegel, Freihöfer

3. Generation
Siegel, Christoph (1550 – 1613) Freihöfer, Eibenstock
Sohn von Melchior Siegel, Freihöfer; Schwiegervater Hans Röhling , Zinnverleger und Gewerke

4. Generation
Siegel, Melchior (1515 – 1588), Freihöfer, Zehntner; Eibenstock
Sohn von Lorenz Siegel, Freihöfer; 
Röhling, Hans (1517 – 1585), Zinnverleger und Gewerke; Geyer; 
Sohn von Hans Röhling, Bergmeister; Schwiegervater Sebastian Schweikert, Kaufmann aus Leipzig

5. Generation
Siegel, Lorenz (1483 – 1556), Freihöfer, Zehntner, Richter, Bürgermeister; Eibenstock
Sohn von Hans Siegel, Zinnseifner 
Röhling, Hans (1490 – 1564), Bergmeister, Zehntner, Amtsverweser; Geyer
Schwiegervater Michael Patschke, Ratsherr, Gewerke
Schweigert, Sebastian (1501 – 1555), Kaufmann, Ratsherr; Leipzig
Sohn von Sebastian Schweickert, Ratsherr in Nürnberg; Schwiegervater Konrad Cotta 


05-2000: Die Genealogie meiner Familie Müller im westmeißnischen Gebiet
Zusammenfassung zum Vortrag am 10.05.2000,    Referent Manfred Müller

Der Referent berichtete über seine Forschungsergebnisse, wobei er besonders auf die Quellenlage einging, die in dem einen oder anderen Fall als Anregung für die eigene Forschung dienen kann.

Eine Auswahl der Forschungsergebnisse und Quellen wurde in Form von Ausarbeitungen, Original-Urkunden, Fotokopien aus Gerichtsbüchern, schriftlichen Mitteilungen und Fotografien in Heften zur Einsichtnahme ausgelegt.
Der Referent stellte seine Stammlinie Müller über 13 Generationen dar. Die Familie stammt aus Windorf bei Zehren. Der Urvater aller Windorfer Müller war Peter Müller, geboren um 1510, gestorben um 1575. Windorf war von jeher ein Einzelgut. Damit sind alle Angaben in historischen Quellen und in der Literatur zu Windorf identisch mit dem Müllerschen Bauerngut und seinem jeweiligen Besitzer. Erst in den 2Oer / 3Oer Jahren des 20. Jahrhunderts kam es durch Verkauf in andere Familienhände.

Die ersten drei Generationen des Referenten waren Gutsbesitzer von Windorf:
Peter, erstmals 1554 im Landsteuerregister 401 genannt
Georg, erstmals 1579 im Gerichtsbuch Meißen Nr. 557 genannt
Peter, erstmals 1607 im Gerichtsbuch Meißen Nr. 558 genannt, er starb 1637 mit seiner Frau bei einem feindl. Einfall der Schweden.

In der 4. Generation treffen wir den nicht erbberechtigten Sohn Andreas Müller an, der in Niederstößwitz das Gut seines Schwiegervaters Urban Görne kauft. Andreas wurde über 95 Jahre alt.
Sein Sohn Hans wurde Rittergutspächter in Sornitz. Er starb 1732 im 27. Pachtjahr, nur 53 J. alt. Dazu kaufte er 1714 in Stroischen bei Meißen ein Bauerngut, das er und seine Familie bewirtschaftete und noch heute im Besitz unserer Familie Müller ist. 1721 kaufte er die Sornitzer Mühle.
Der Sohn Peter war derjenige, der das Stroischener Gut erbte. Ihm folgten in den nächsten Generationen Gottlob Johann und dessen Sohn Johann Traugott Müller auf dem Gut in Stroischen.
Mit der 9. Generation Heinrich Müller verläßt die Stammlinie des Referenten Stroischen. Heinrich Müller wird von Beruf Müller und besitzt schon als 25 jähriger die Wassermühle von Mauna. Er kauft 1852 eine größere Wassermühle mit Sägebetrieb und Bäckerei in Mohorn. Sein weiterer Lebensweg führt ihn über Wilsdruff, Dresden, Eisenberg nach Leipzig-Lindenau, wo sein Sohn Paul bereits eine Familie hat and als Posthilfsbote angestellt ist.
Der Sohn Paul hat zunächst in Eisenberg eine Fleischerlehre absolviert, dann aber den beruflichen Weg bei der Deutschen Reichspost beschritten, wo er sich vom Posthilfsboten, Landbriefträger, Briefträger, Oberpostschaffner, Postbetriebsassistent zum Postassistenten entwickelte. Alle Beförderungsurkunden der Postdirektion Leipzig wurden im Original vorgezeigt. Um 1900 wurde er nach Wurzen versetzt, wo er sich später aus einer Erbschaft heraus ein Wohnhaus kaufte. Sein Lebensweg ließ sich auch sehr gut in den Adressbüchern von Leipzig und Wurzen verfolgen. Seine Kinder und Enkel wurden in Wurzen geboren. Der berufliche Weg führte den Referenten wieder nach Leipzig, wo sein Müller-Stamm heute in der 13. Generation lebt. 


11-1999: Zur Genealogie der Familie Pörschmann im Dreieck Wurzen-Grimma-Leipzig
Zusammenfassung zum Vortrag am 10.11.1999,    Referent Manfred Müller

Der Referent berichtete über seine Forschungsergebnisse zur Genealogie der o.g. Familie Pörschmann, wobei er besonders auf die Quellenlage hinwies, die in dem einen oder anderen Fall als Anregung für die eigene Forschung dienen kann. Eine Auswahl der Forschungsergebnisse wurde in Form von Tafeln, Ahnenlisten, KB-Auszügen und Kopien von Literaturstellen in Heften zur Einsichtnahme ausgelegt.

Zuerst etwas zur Schreibweise des Familiennamens Pörschmann:
In dem älteren Schrifttum wurden folgende Schreibweisen festgestellt

  • Pörschmann (159)
  • Börschmann (15)
  • Börsmann (7, z.B. Schmölen, Kirche Nepperwitz)
  • Pörsmann (1833 Leipzig)
  • Berschmann (10)
  • Bersmann
  • Perschmann (92, Pausitz, Panitzsch <– Schreibweise zuerst vorgefunden)
  • Persman (Grimma)
  • Perßman (Grimma)
  • Pürschmann (Halle)

(Die Namen Poschmann, Pörsch sind nicht betrachtet worden.)
Die vorgenannten Pörschmann-Namen haben sich auch bis heute erhalten, wobei der Name Pörschmann am häufigsten vorkommt. Häufigkeiten anhand der Telefon-CD 1996 –> siehe oben.
Früher wurden diese Namen je nach Schreiber und Ort für einunddieselbe Person unterschiedlich geschrieben, z.B. KB Nepperwitz.

Als älteste Vorkommen wurde in den Orten festgestellt:

Nerchau         1575 Andreas Perschmann GB Grimma
Grimma         1603 Nicolaus Perschmann Grimmenser Album, Schülerverzeichnis
Althen             1609 Peter Perschmann KB Trauung
Panitzsch       1618 Merten Perschmann KB Communicanten-Register
Pausitz           1632 Hans Perschmann KB Trauung
Fremdiswalde 1665 Hans Perschmann KB Trauung
Machern         1684 Martin Perschmann KB Trauung
Leipzig            1689 Georg Berschmann KB Taufe
Zöhda             1690 Martin Perschmann KB Trauung
Trebsen          1694 Georg Pörschmann Amt Grimma
Seelingstädt   1697 Georg Pörschmann Amt Grimma
Bach               1738 Andreas Pörschmann Amt Wurzen
Albrechtshain 1756 Christian Pörschmann Amt Wurzen
Rödgen           1768 Michael Pörschmann KB Sterberegister
Schmölen       1775 Johann Gottfried Pörschmann KB Nepperwitz, Taufe
Leisnig            1849 Friedrich Wilhelm und Ernst Ehregott Pörschmann Amt

Bei Betrachtung dieser ältesten Vorkommen kann man schlussfolgern, daß schon Ende des 16. Jhd. und zu Beginn des 17. Jhd. mehrere Familien Perschmann in unserem Raum vertreten waren. Die ursprüngliche Schreibweise des Namens war Perschmann.

Die ältesten Vorkommen konzentrieren sich auf Nerchau 1575 und Grimma 1603. Die Verbreitung nach Pausitz, Zöhda und Fremdiswalde dürfte von Nerchau aus gegangen sein.
Das Vorkommen in Althen 1609, Panitzsch 1618 und Machern 1684 dürfte auch im Zusammenhang stehen.
So kann man schlußfolgern, daß für die Verbreitung des Namens und der Familie Perschmann in unserem östlichen Leipziger Raum im 16. Jahrhundert im wesentlichen 2 Familienstämme maßgebend waren.
Die Sammlung weiterer Vorkommensdaten und die weitere zielstrebige Forschung wird dazu den entsprechenden Aufschluß bringen.
Im Einzelnen wurden dann die einzelnen Linien dargestellt. 


04-1999: Die Glasmacherfamilie Greiner. Ein Versuch der Überwindung eines toten Punktes
Zusammenfassung zum Vortrag am 14.04.1999,     Referent Dr. Bauer

Die April-Veranstaltung der Leipziger Genealogischen Gesellschaft e.V. hatte die Genealogie Greiner zum Inhalt. Dieser Name ist eng mit Thüringen und dem Glasmacherhandwerk verbunden. Der Vortragende, Herr Dr. Bauer, begann seine Ausführungen daher mit einleitenden Worten zur Geschichte der Glasherstellung, zur Entwicklung speziell der Fehrenbacher Glashütte und zur Familiengeschichte der Greiner, deren Urheimat in den schwäbischen Glashüttenwäldern lag und die 1525 über Schleusingen nach Langenbach zuwanderten. Als Grundlage konnte auf die Ergebnisse jahrelanger und umfangreicher Forschungsarbeiten von Udo Eichhorn, Gerhard Greiner und Herbert Kühnert zurück gegriffen werden, die eine Vielzahl Linien der Greiner-Nachkommenschaft (begrenzt auf die männliche Stammfolge) ermittelten und zusammenstellten.Der 12-stühlige Glasofen, entwickelt von Hans GreinerIn der Ahnenliste Bauer geht die Verbindung über die Familien Jakob, Rößner und Hartung zum Geschlecht Greiner. Mit Catherina Elisabeth Greiner, verehelichte Hartung, war dabei auch gleich ein toter Punkt erreicht. Ihr Sterbedatum ist im Kirchenbuch Heubach 07.12.1807 vermerkt. Aus der Altersangabe läßt sich als Geburtstag der 19.01.1734 errechnen. Die Kirchenbücher von Heubach / Fehrenbach wurden 1647 angelegt. Sie sind jedoch unregelmäßig geführt und von 1666 bis 1768 fehlt die Überlieferung vollständig.

Fehlende Primärquellen müssen nicht zwingend zu einem toten Punkt führen. Allerdings sind 100 Jahre Kirchenbuch Verlust auch nicht ohne weiteres zu überbrücken und entsprechende Bemühungen zur Vervollständigung der Stammreihe dürften oft scheitern. Günstige Umstände, wie z.B. Das Vorhandensein aussagekräftiger Sekundärquellen, sollten jedoch durchaus den Versuch einer Familienrekonstruktion, auch über mehr als eine Generation hinweg, wert sein.

Ausgangspunkt für die „Vaterfindung“ der Catherina Elisabeth Greiner bildet das Vorliegen der Familiengeschichte der Thüringer-Greiner, die eine relative Vollständigkeit der männlichen Stammfolge beinhaltet. Kriterien für die Selektion waren u.a. Das Alter des Vaters (20-50 Jahre), der Wohnort der Eltern (Fehrenbach / Heubach), die Untersuchung der Pateneinträge hinsichtlich der Namens – und Berufsangaben und Vornamensvergleiche. So wurde mit größter Wahrscheinlichkeit der um 1690 in Fehrenbach geborene Andreas Greiner, Glasmacher, Glasschneider und Mitpächter der Schneidemühle als Vater der Catherina Elisabeth Greiner bestimmt.

Sicherlich können bei dieser Methode der Vorfahrenserkundung Unabwägbarkeiten eingeflossen sein. Daher sollte der Zusatz „vermutliche“ Vorfahren bei dieser Vorgehensweise nicht fehlen. Vielleicht ist ein anderer Familienforscher zum gleichen Resultat gelangt oder es bringen spätere Forschungsergebnisse bzw. Zufallsfunde ein abweichendes Ergebnis. Der Versuch lohnt auf alle Fälle.

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