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DNA-Genealogie: Eine Einführung
Referentin Frau Martina Wermes, 14.10.2020 in der Stadtbibliothek Leipzig

Infolge der im Jahr 2020 ausgebrochenen COVID-19-Pandemie durch das Virus SARS-CoV-2 wurde der Vereinsabend unter der verordneten Bedingung „Mindestabstand, Nase-Mund-Maske, Luftwechsel, Teilnehmerliste“ durchgeführt.
Zunächst mussten die gedanklichen Grundlagen in Form von Begriffs-Definitionen vorgestellt werden.
DNA (Desoxyribonucleic acid)-Genealogie: Mittels Speichelprobe wird ca. 1 % des Erbgutes isoliert, entschlüsselt und auf individuelle Merkmale untersucht. Erst durch die Entdeckung der Doppelhelix, d. h. der DNA als Träger des menschlichen Erbgutes 1953 und die Entschlüsselung der Sequenzen des menschlichen Genoms 2003 wurde die Basis für DNA-Tests gelegt. Mit den DNA-Tests werden keine Stammbäume oder Ahnenlisten generiert, sondern diese ergänzen unsere quellenbasierte Forschung duch die Analyse und Auswertung der DNA.
Erläutert wurden anschließend die Begriffe Genome, Autosome, Mitochondrien, Haplogruppe, Gonosome, SNPs (single nucleotide polymorphism), Centimorgans (cM), Matche und Matching, atDNA, yDNA und mt DNA (siehe auch: Portal DNA-Genealogie)
Anschließend wurde an Beispielen die Herkunfts- oder Ethnizitätsanalyse mittels atDNA erläutert.
Gemeinsamkeiten im Erbgut der Menschen in den verschiedenen Regionen der Welt werden zu regionaltypischen DNA zusammengefasst. Dabei können einerseits mittels archäologischer DNA-Funde Bezüge zu historischen Bevölkerungsgruppen bis zum Neranderthaler hergestellt oder andererseits mit heutigen DNA-Proben die regionale Herkunftsgebiete der Vorfahren bestimmt werden. Dabei bilden die unterschiedlich großen Vergleichgruppen, die unterschiedlichen Berechnungsverfahren sowie die Einbeziehung unterschiedlichster Zeitstufen die Ursachen für fehlerhafte, mehrdeutige und/oder unsinnigen Ergebnissen.
Für Probanden aus Mitteleuropa und insbesondere aus Deutschland werden häufige falsche Zuordnungen zu „England, Britische Inseln, Skandinavien“ ausgewiesen, da die Refenzdatenbanken zu wenige mitteleuropäische Testergebnisse vorweisen. Auch die Abstammung von sogenannten „Urvölkern“, von den Wikingern, den Kelten oder Basken ist auf Grund der vielfältigen Migrationsbewegungen wissenschaftlich schwerlich zu belegen und für die eigene Familienforschung nicht zielführend.
Die einzelnen Anbieter, wie 23andMe, AncestryDNA, FTDNA und IGENEA, LivingDNA und MyHerirageDNA wurden in ihrer Arbeitsweise analysiert und deren Vor- und Nachteile benannt (siehe auch www.isogg.org ).
Werden jedoch Herkunftsanalysen bis um 1750 durchgeführt, können sehr wohl neue Aspekte die eigene Genealogie voran bringen. Mit Verweis auf die Seite von Tanj Bals wurde der Mehrwert einer solchen Herkunftsanalyse aufgezeigt.

Die umfassensten und besten Erfolg für die DNA-Genealogie ergaben sich durch eine breite Analyse der SNPs. Heute sind bereits über 150 Millionen SNPs bekannt und die Wissenschaft geht von bis zu 300 Mill. SNPs aus. Beim Matching werden die autosomalen 22 Chromosomenpaare, die man zu je 50 % vom Vater und der Mutter vererbt bekommt, analysiert und auf gemeinsame DNA-Sequenzen mit anderen Testpersonen hin untersucht. Diese könnten die gleichen Mutationen auf ihren DNA-Sequenzen haben, wie die Vergleichsperson. Bis zur 6. Generation zurück können theoretisch gemeinsame DNA-Sequenzen vorhanden sein.
Man gibt an, dass von 1000 bis 2000 gemeinsamen SNPs eine gemeinsame Abstammung von einer Person wahrscheinlich ist. Zu beachten ist jedoch, dass von 3,4 Milliarden möglichen Positionen nur ca. 650.000 Positionen verglichen werden, nämlich die, bei denen die meisten Mutationen vermutet werden, das sind weniger als 1%.
Die möglichen identischen Sequenzen kann man auch in Centimorgan angeben, der Länge der DNA-Segmente. Je länger ein gemeinsames Segment, desto eher hat man gemeinsame Vorfahren. Cousins haben durchschnittlich 880 cM gemeinsame DNA, Cousins zweiten Grades mit gemeinsamen Urgroßeltern haben noch ca. 238 CM gemeinsame DNA. Mit Hilfe der Bettinger Tabellen kann man mit den Werten in cM den Grad der Verwandtschaft feststellen. Herr N. Bohrmann hat 2018 diese Tabellen in deutsche präsentiert. Zu beachten ist dabei jedoch, dass es Fakten gibt, die eine Fehlerquote begünstigen:
– Fehlmessungen wegen ungetesteter DNA-Abschnitte,
– Falsche Ergebnisse im unteren cM-Bereich,
– Falsche Herkunftsanalysen wegen ungenügender Datenmengen in den Datenbanken,
– Falsche Matche wegen Nichtunterscheidung von väterlichen und mütterlichen Chromosomen.

Anschließend wurden die Gefahren thematisiert, die sich mit den DNA-Tests für Genealogen ergeben können. In Deutschland gilt das Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen (Gendiagnostikgesetz – GenDG) von 2009.
Im § 4 wird das Benachteiligungsverbot benannt :
(1) Niemand darf wegen seiner oder der genetischen Eigenschaften einer genetisch verwandten Person, wegen der Vornahme oder Nichtvornahme einer genetischen Untersuchung oder Analyse bei sich oder einer genetisch verwandten Person oder wegen des Ergebnisses einer solchen Untersuchung oder Analyse benachteiligt werden.
Bei Abgabe eines DNA-Tests an eine private Firma sollte man sich also bewußt sein, dass folgende Tatsachen eintreten können :
– Entdeckung von Familiengeheimnissen bis ca. 1850 zurück,
– Entdeckung von Seitensprüngen, d. h. z. B. von Halbgeschwistern oder Kuckuckskindern,
– Entdeckung von adoptierten Personen,
– Weitergabe von Informationen an Pharmakonzerne oder Ermittlungsbehörden durch die Anbieter,
– Datenlecks und Missbrauch der Daten durch unbefugte Dritte.
In diesem Zusammenhang wurde auf die Verleihung des Bigbrother-Awards 2019 an die Firma Ancestry verwiesen, auf die Übernahme von 75% der Anteilen der Firma Ancestry von der US-Investment-Firma Blackstone für 4,7 Milliarden US-$ im August 2020 und den Hackerangriff 2020 auf den Server von Gedmatch eingegangen.

Dennoch bietet die DNA-Genealogie auch vielfältige Möglichkeiten, die jeder für sich selbst nutzen kann. Folgende Ziele können dabei ins Auge gefasst werden:
– Überwindung toter Punkte in der Genealogie bis ca. 1800,
– Bestätigung von vermuteten und Ausschluss von fehlerhaften Filiationen,
– Finden von Seitenverwandten in den Generationen,
– Kontakte zu Familienforschern weltweit, die an gleichen Abstammungen arbeiten (auch Namensträgerforschung).
Zum Abschluss wurde noch auf die sehr guten Weiterbildungsmöglichkeiten zu diesem sehr komplexen Thema durch die Webinare von Herrn N. Bohrmann auf der Seite des Vereins für Computergenealogie hingewiesen:

Martina Wermes


02-2019 : Webgenealogie heute und die Möglichkeiten im Netz

Vortrag Referent Herr Falco Trojahn, 13.02.2019 in der Stadtbibliothek Leipzig

Was ist ‚.:webgenealogie:.‘ ?
Kostenfreie Datenbank mit derzeitig rund 400.000 Personendatensätzen aus
– Aktuellen und historischen Ahnenlisten
– Steuerlisten
– Gerichtsbüchern
– Gerichtsbuchregistern
– Militärlisten
– Nachlässen
z.B. Nordwestsächsisches Bauernarchiv I und II

Nutzungsmöglichkeiten :
– Digitales Archiv für Ergebnisse der eigenen Familienforschung
– Reine genealogische Software zur Erfassung von Daten – ortsunabhängig
– Datensicherung eigener Forschungsergebnisse
– Recherche durch ca. 4400 angemeldete Nutzer, davon ca. 800 aktiv

Suchfunktionen :
– Allgemeine Suche
– Phonetische Suche
      Quellen ankreuzen
      Beispiele: Regina Ulich, Michael Lindner (Nickel)
– Erweiterte Suche -> eigene Suchfelder können ergänzt werden!

Eigene Ahnenliste veröffentlichen :
– lokal – auf Ihrem PC, mit Ihrem Genealogieprogr. Daten zusammenstellen und
– im Gedcom-Format exportieren/speichern
– Gedcom-Datei prüfen (z.B. mit Stammbaumdrucker)
– Gedcom Datei und Veröffentlich.genehmigung schicken

https://www.webgenealogie.de || https://wt.webgenealogie.de || http://webtrees.net || https://gsl.genealogiestammtisch.de || http://roglo.eu/roglo


01-2019 : Besuch der Kath. Probstei Kirche St. Trinitatis in Leipzig

Unser Jahresarbeitsplan führte uns am 16.01.2019 in die kath. Probstei St. Trinitatis in Leipzig.
Sie steht gegenüber dem Neuen Rathaus am Martin-Luther-Ring und erhielt den wohl passenderen Namen der unweit befindlichen Nonnenmühlgasse. Mit dem Neubau der dritten Leipziger Propsteikirche kehrt die Leipziger Propsteigemeinde nach 71 Jahren am 09.05.2015 wieder in die Innenstadt zurück.
Die erste Probsteikirche (1847-1954) wurde im II.Weltkrieg irreparabel zerstört und die Reste deshalb abgerissen.
In den folgenden Jahren hielt die Gemeinde ihre Gottesdienste in anderen Kirchen Leipzigs ab.
Die zweite Probstei (1982-2015) wurde am Rosental errichtet, die jedoch mit zunehmendem Alter an Bauschäden litt.
Ab 2008 wurde der 3. Bau einer Probsteikirche vorbereitet, die notwendige städtische Baufläche an die Gemeinde verkauft und 2009 der Kirchenbauförderverein gegründet. Mehr auf der Probstei-Website.
                                                                                                                      Fotos : Kurt Hans-Joachim Tittel (LGG)




11-2018: Die Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen) – allgemein und in Leipzig sowie neue Forschungsmöglichkeiten mit Hilfe der von ihnen geschaffenen Datenbank „familysearch“.

Referentin Frau Daniela Jacobi, am 14.11.2018 in der Stadtbibliothek Leipzig

Frau Jacobi von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Leipzig hatte sich bereit gefunden, uns aus berufenem Munde Rede und Antwort zur Geschichte der Mormonen in Leipzig und zu ihren Sammlungen in der ganzen Welt zu stehen.

Gegründet wurde die Leipziger Gemeinde 1891.
Erste Mitglieder sind in Leipzig schon 1856 nachweisbar, jedoch bildeten sie noch keine eigene Gemeinde. 1922 waren bereits so viele Mitglieder vorhanden, dass eine zweite Gemeinde gegründet wurde und die Gottesdienste versetzt durchgeführet wurden. Auch in Halle an der Saale, Mittweida und Dresden gründeten sich eigenständige Gemeinden. In der NS-Zeit waren die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) nicht verfolgt worden, jedoch fehlten mehr und mehr Mitglieder wegen ihres Kriegseinsatzes, so dass nun wieder eine Gemeinde gebildet wurde. 1945 waren immer noch 260 Mitglieder hier registriert.
Standorte der Gemeindezusammenkünfte waren erst in der Moritzstrasse, der heutigen Rosa-Luxemburg-Strasse, dann nach einem Bombentreffer 1943 in der Josefstrasse, der Tauchaer Strasse und ab 1949 in der Prellerstrasse 1, später dann in der Humboldtstrasse 15 bei Eberhard Werner. Ab 1953 war fand man seine Heimat in der Ernst-Thälmann-Strasse 74 (dem bis 1984 betriebenen Kino der Jugend).
Ab 1984 erwarb man das Grundstück in der Oeserstrasse 39 und baute dort eine neue Kirche auf. Im Mai 1986 fand die feierliche Einweihung des neuen Pfahls in Leipzig statt und nach einer Rekonstruktion 2017 ist nun die Kirche wieder für jeden Interessierten zugänglich.

Die Familie spielt eine besonders schützenswerte Rolle in den religiösen Vorstellungen der Mormonen. Die Ehe wird von ihnen für ewig geschlossen und auch die Familienmitglieder können für ewig zusammen sein, wenn sie die heilige Taufe im Tempel erhalten haben. Alle bereits verstorbenen Familienmitglieder zählen ebenfalls zur Familie und können, wenn man sie als Ahnen festgestellt hat, noch nachträglich getauft (vgl. Neues Testament, Korinther) und damit an die Familie gesiegelt werden, womit der ewige Bund mit ihnen geschlossen wird.

Um diesen ewigen Bund zu erreichen, forschen die Mormonen schon immer nach ihren Vorfahren und haben dafür eine der größten Datenbanken der Welt für Genealogie in Salt Lake City aufgebaut. Drei Milliarden Personendaten zu Personen aus der ganzen Welt werden hier vorgehalten und über ihre Web-Seite auch allen Menschen kostenfrei zur Verfügung gestellt
(siehe: https://www.familysearch.org/de/).
In den heute weltweit vorhandenen ca. 5000 Centern für Familien-forschung, allein in Deutschland sind es 100, kann man die mikro-verfilmten Kirchenbücher digital einsehen. Dies ist meist bei solchen Unterlagen notwendig, die wegen Verträgen mit den verwah-renden Archiven nicht direkt online zur Verfügung ins Netz gestellt werden können (Kamera-Signet mit darüberliegendem Schlüssel). Zahlreiche digitalisierte Kirchenbücher sind aber kostenlos online direkt von zu Hause aus einsehbar, wenn man sich formal ein Nutzerkonto angelegt und sich angemeldet hat. Eine Anleitung für die Suche nach Personen und Orten bzw. Kirchenbüchern bietet ein eigenes Wiki.
Fragen zum Datenschutz wurden mit dem Hinweis auf einen „user generated content“ beantwortet, d. h. Jeder ist selbst für seine zur Verfügung gestellten Inhalte verantwortlich. Sehr interessant war außerdem, dass in der Oeserstrasse im Rahmen einer „fair use policy“ auch für Nichtmitglieder der Kirche ein freier Zugang zu den ancestry und myhertitage-Datenbanken genutzt werden kann.
Die Frage nach Fehlern in den Datenbanken beantwortete Frau Jacobi mit dem Verweis auf den Support, den man per Mail oder kostenlos per Telefon auch deutschsprachig errreichen kann. Anhand des Kriegstagebuches ihres Großvaters erläuterte sie dann abschließend, wie sie die Spuren bei der Vorfahrensuche gefunden hat und damit ihr Interesse an der eigenen Familiengeschichte gewachsen ist.                 M. Wermes

 


01-2018: Die Geschichte des Grundbuchwesens in Sachsen und Grundbücher als Quelle für den Familienforscher

Referent Herr Goder, am 09.01.2018 im Grundbuchamt Leipzig, Schongauerstr. 5, 04329 Leipzig

Kennenlernen der Geschichte des Grundbuches als Quelle für den Familienforscher
(vgl. auch https://www.justiz.sachsen.de/agl/download/geschichte.pdf )
– ab 1135 Kölner Schreinskarten,- bücher und -akten: erste Urkundensammlung über Verträge zu Grundstücken in chronologischer Abfolge,
– 1357 erste Realfolien in Danzig: Ordnung der Grundstücke nach Gassen und dort in rechte und linke Seiten,
– ab 1484 Realfolium in München aus dem Hacher Viertel: zu jedem Grundstück wurde ein eigenes Grundbuchblatt angelegt, das vor allem die „Ewiggelder“ (eine Form der Rentenschuld), Leibgedinge und persönliche Kredite nachwies und damit alle das Grundstück betreffenden Rechtsgeschäfte kompakt belegte (entspricht der heutigen Form der Grundbücher),
– 1664 Erbbuchordnung in Preussen: erstmals Dreiteilung der Grundbücher mit Haupt-, Veränderungs- und Löschspalten und Durchsetzung dieser Form bis ca. 1750, Belastung des Grundstücks oder Eigentumserwerb nunmehr nur noch mit Auflassung und Eintragung ins Grundbuch möglich,
– 18. Jh. Herausbildung des Hypothekenbuches als Ersatz- bzw. Zweitbuch neben dem Grundbuch, in dreispaltiger Form mit Angaben zum Grundstück, zum Besitzer und zum Pfandrecht,
– 06.11.1843 Einführung des Grund- und Hypothekenbuches als Realfolium in Verbindung mit der Katastervermessung in Sachsen in chronologischer Buchführung und mit Bezug zur Gemarkung, zur Flur und zum Flurstück,
– 24.03.1897 Reichseinheitliche Grundbuchordnung mit dem Ziel, sämtliche Grundstücke auf der Grundlage des Katasters zu erfassen, die Eigentumsverhältnisse genau abzubilden und die Beweislegung für alle dinglichen Belastungen zu garantieren. Riesige Aufgabe, die teilweise erst 1910 (z. B. in Bayern) abgeschlossen war. Genaue Ausführungsbestimmungen zum Führen der Grundbücher legten die einzelnen Länder fest.
– 05.08.1935 Neufassung der Grundbuchordnung, um einheitlich im gesamten Deutschen Reich das preußische System durchzusetzen. Dieses trennt zwischen Haupt-, Veränderungs- und Löschungsspalten in den Abteilungen II und III mit Verweisen auf die Haupteintragung. Den Ländern stand damit keine Gesetzgebungshoheit im Grundbuchwesen mehr zu.
– 23.01.1941 Verordnung über die Einführung des Reichskatasters als amtliches Verzeichnis aller Grundstücke
– ab 1961 in der BRD Führung der Grundbücher in der Loseblattform
– ab 3.10.1990 auch auf dem Gebiet der neuen Bundeländer- Einführung der Loseblattform
– 01.07.1991 die Grundbuchführung wurde den Kreis- bzw. Amtsgerichten/ Grundbuchämtern zugewiesen,
– seit 1993 Arbeit am elektronischen Grundbuch, Einführung in Leipzig 2015. Alle Vorgänge werden digitalisiert abgelegt und in das Elektron. Grundbuch übertragen. Die Papierform wurde abgeschafft. Dabei ist das Elektronische Grundbuch mit dem automatisierten Liegenschaftskataster verbunden.

Leipzig:
Die Stadt Leipzig hat 42 Grundbuchbezirke und 42 Gemarkungen, dazu gehören noch 67 Fluren
(siehe: https://www.justiz.sachsen.de/agl/download/Bezirke.pdf).
Der Landkreis Leipzig hat 47 Grundbuchbezirke und 110 Gemarkungen. Die Altakten des Grundbuchamtes stammen aus der Zeit um 1800.
Es gibt noch eine alte Eigentümerkartei.
Nach § 12 Abs. 1 Satz 1 der Grundbuchordnung (GBO) ist die Einsicht in das Grundbuches jedem gestattet, der ein berechtigtes Interesse darlegt. Für eine Einsichtnahme zu wissenschaftlichen Zwecken, die mit einer entsprechenden Bestätigung nachgewiesen sein muss, sollte man die Gemarkung und das Flurstück oder die Blattnummer wissen.
 


03-2017 : Besuch des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig

Unserem Jahresarbeitsplan 2017 folgend, besuchten wir am 08.03.2017 das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) ist das oberste Gericht der BRD in öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten nicht verfassungsrechtlicher Art und neben dem Bundesarbeitsgericht, Bundesgerichtshof, Bundesfinanzhof und Bundessozialgericht einer der fünf obersten Gerichtshöfe des Bundes. Es hat seinen Sitz seit 12.09.2002 im Gebäude des ehemaligen Reichsgerichts nahe dem Neuen Rathaus in Leipzig.

Errichtet wurde dieser imposante Gebäudekomplex als Reichsgerichtsgebäude in siebenjähriger Bauzeit zwischen 1888 und 1895 von Ludwig Hoffmann und Peter Dybwad. Der Bau knüpft an die italienische Spätrenaissance (und damit an die römische Antike) sowie an Bauten des französischen Barock an. Das Reichsgerichtsgebäude ähnelt dem Reichstagsgebäude, die Bauten sind zur gleichen Zeit errichtet worden. Auf dem Gebäude thront eine hohe Kuppel, die mit der Skulptur Die Wahrheit verziert ist.

Nach dem Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1933 in Berlin begann in Leipzig am dortigen Reichsgericht ab dem 21.09.1933 der sogenannte Reichstagsbrandprozess. Einer der Hauptangeklagten war der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff. Er war im deutschem Strafrecht gut vorbereitet und rhetorisch gewandt. Somit konnte er in dem Schauprozess den Nationalsozialisten eine empfindliche Niederlage beizufügen. Dimitroff sowie zwei weitere bulgarische Mitangeklagte wurden freigesprochen. 

1950 wurden von der Stadt Leipzig und der sächsischen Landesregierung beschlossen, das seit 1945 funktionslose Gebäude des ehemaligen Reichsgerichts als Museum zu Ehren Dimitroffs und als Kulturhaus einzurichten. Das Georgi-Dimitroff-Museum in Leipzig war das größte, einer einzelnen Person gewidmete, Museum in der DDR.                                                      Textquelle: Wikipedia,    Fotos : Kurt Hans-Joachim Tittel (LGG)




09-2015: Zeitungen als Quelle für den Familienforscher

Referentin Frau Wermes, LGG

Schwerpunkte des Vortrages waren zuerst die Definitionen und Unterscheidungen zwischen Zeitungen und Zeitschriften nach Aktualität, Periodizität, Publizität und Universalität. Danach wurde ein kurzer Abriß der Geschichte der Zeitung gegeben. Interessant war, dass die erste gedruckte Tages-Zeitung 1650 in Leipzig unter dem Titel „Einkommende Zeitung“, herausgegeben vom Drucker Thimoteus Ritzsch, erschien.
Die älteste Tagezeitung der Welt, die heute noch erscheint, ist die Wiener Zeitung seit 1703.
Für den Familienforscher sind in den Zeitungen Informationen zu folgenden Sachverhalten zu finden :   weiter im PDF
Im Vortrag wurden folgende Link-Hinweise gegeben :
– bei Familia Austria gibt es tausende Datensätze aus Wiener Zeitung
– der Computergenealogie e.V. offeriert täglich neue Familienanzeigen
– die LGG eV. bietet 26.000 Datensätze aus Familienanzeigen 1870-1945
– die SLUB hat histor. Zeitungsdigitalisate Sachsens, Kollektionssuche
– 300.000 Ausgaben von 193 histor. dt. Zeitungen, Staatsbibliothek Berlin
 


02.2015 Familiengeschichte Tittel in dreiteiliger Filmform
Referent : Hans-Joachim Tittel (LGG) am 11.02.2015 in der Stadtbibliothek Leipzig

Der 3-teilige Film (der 2. Teil lief am 13.05.2015, der 3. Teil am 13.01.2016) zur Familiengeschichtsforschung „Tittel“ beginnt in der Vergangenheit beim Spitzenahn Matthes Tittel in der 13. Generation und führt in die Gegenwart zu den Probanden, dem Geschwisterpaar Marcus und Caterina Tittel.

Im 1. Teil des Filmes wurden die Generationen 13 bis einschl. 6 dargestellt, die beiderseits der Grenze Thürigen zu Sachsen lebten. Zudem beschreibt hier der Autor, wie er zum „Ahnensucher“ wurde und erläuterte die Herleitung seines Familien-namens.

Der 2. Teil des Filmwerkes berichtet vom Wirken der Tittel-Männer in der 6. bis einschl. 4. Generation im erzgebirg. Eibenstock (und Umland) als Müller, Bäcker, Bäckermeister, Bäckerobermeister sowie als Apotheker und anschliessend ab 1871 in Leipzig als Instrumentenbauer und als Lehrer.

Im 3. Teil wurden die Lebensumstände der Tittel’s ab der 3. Generation bis zu dem Probanden-Paar recht umfangreich dargestellt. Deren Lebensräume befinden sich in Sachsen und waren aber auch in Illmenau und Lübeck.                                                   Kurt Hans-Joachim Tittel


11-2014: Wie werden Gerichtsbücher ausgewertet und welche Informationen halten sie bereit

Vortrag Referent Herr René Gränz (LGG) / Dresden am 12.11.2014

Eine der wichtigsten Primärquellen für Familien- und Heimatforscher, die Gerichtsbücher in Sachsen, und deren Auswertung sowie Informationsgehalt, war Grundlage eines Vortrages zur monatlichen Beratung der Leipziger Genealogischen Gesellschaft e.V.
Der Dresdner Familien-und Heimatforscher René Gränz, ging in seinem Vortrag… weiter im PDF
 


09-2014: Die Familie von Bose und ihr Wirken im Leipziger Umland
Vortrag Referent Herr K.-H. Kramer (LGG), 10.09.2014 in der Stadtbibliothek Leipzig

Meine Vorfahren aus dem Uradelsgeschlecht >von BOSE< sind seit Anfang des 13. Jahrhunderts als freie Herren auf der Boesenburg nahe Wettin nachweisbar und reich begütert mit abgabefreiem Besitz. … weiter im PDF
 


11-2010: Ein Genealogisches Abenteuer

Ein Vortrag am 21.11.2010 von Frau Guhr (LGG), zu lesen im PDF
 

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